Von Gezi-Protesten bis Twitter-Verbot
Seit etwa einem Jahr steht der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan unter zunehmendem Druck. Die Kommunalwahlen am Sonntag waren nur der Auftakt zur Präsidentschaftswahl im Sommer, bei der er antreten will. Die wichtigsten Ereignisse der vergangenen Monate im Überblick.
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31. Mai 2013: Das brutale Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten, die im Istanbuler Gezi-Park gegen ein Bauprojekt der Regierung protestieren, löst landesweite Straßenschlachten in der Türkei aus. Acht Menschen sterben, Tausende werden verletzt.
15. Juni: Erdogan lässt den Gezi-Park gewaltsam räumen.
13. November: Erdogan beginnt seinen Kampf gegen die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen mit der Ankündigung, private Nachhilfeschulen zu schließen. Diese sind eine wichtige Einnahmequelle für die Bewegung.
17. Dezember: Istanbuler Staatsanwälte lassen mehrere Dutzend Verdächtige aus dem Umfeld der Erdogan-Regierung unter Korruptionsverdacht festnehmen. Erdogan spricht von einem Komplott der Gülen-Bewegung und reagiert mit der Versetzung vieler leitender Polizeibeamter, darunter auch des Polizeichefs von Istanbul.
25. Dezember: Erdogan bildet sein Kabinett um, nachdem drei in den Korruptionsskandal verwickelte Minister ihren Rücktritt eingereicht haben. Ein vierter Minister, der ebenfalls im Zusammenhang mit der Affäre genannt wird, verliert im Zuge des Revirements seinen Posten.
24. Februar 2014: Im Internet tauchen die Mitschnitte von Telefonaten Erdogans mit seinem Sohn Bilal auf, in denen die beiden angeblich besprechen, wie sie größere Geldsummen vor der Justiz verstecken können. Erdogan bezeichnet die Mitschnitte als Manipulation.
21. März: Erdogans Regierung lässt den Zugang zum Kurznachrichtendienst Twitter sperren, über den viele der Korruptionsenthüllungen publik geworden sind.
26. März: Ein Verwaltungsgericht in Ankara ordnet die Aufhebung der Twitter-Sperre an.
27. März: Erdogan ordnet die Sperrung des Videoportals YouTube an, nachdem dort über einen angeblich geplanten türkischen Militärschlag gegen Syrien berichtet wurde. YouTube ist einen Tag später aber schon wieder weitgehend normal nutzbar.
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