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Dringendes Handeln gefordert

Die Erderwärmung wird drastische Auswirkungen haben, wenn der Mensch sie nicht stärker bremst als bisher: Das zeigt der neue UNO-Klimabericht. Steigende Temperaturen erhöhten die Wahrscheinlichkeit „schwerer, tiefgreifender und irreparabler Folgen“, heißt es in dem am Montag im japanischen Yokohama verabschiedeten Bericht des Weltklimarats (IPCC).

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Zwar gibt es dem Bericht zufolge für den Menschen noch Möglichkeiten, sich auf die Risiken infolge des globalen Klimawandels einzustellen. Eine Anpassung funktioniere aber nur, wenn die Erderwärmung deutlich gebremst werde. Sonst werde es schwierig, warnte Chris Field, Kovorsitzender der Arbeitsgruppe zwei des Weltklimarats. „Selbst ernsthafte, fortgesetzte Investitionen in die Anpassung werden ihre Grenzen haben.“

Ernährungssicherheit betroffen

Ein ungebremster CO2-Ausstoß könnte Schäden in Billionenhöhe sowie Kosten in ähnlicher Höhe verursachen, um die Folgen einzudämmen, warnen die UNO-Experten. Unter dem Klimawandel werden demnach besonders arme Bevölkerungsschichten in südlichen Ländern der Erde leiden, heißt es unter Verweis auf Wasserknappheit, Überflutungen und Armut. Der Klimawandel beeinflusse auch die Ernährungssicherheit, wobei die Menschen in ländlichen Gebieten besonders betroffen seien. Ein Temperaturanstieg von zwei Grad über die vorindustriellen Werte werde 0,2 bis zwei Prozent der Weltwirtschaftsleistung vernichten, heißt es in dem Bericht. Ein Anstieg um mehr als vier Grad könnte desaströse Folgen haben.

Deutlich höheres Überflutungsrisiko

Nach Überzeugung der Experten wird sich im 21. Jahrhundert vor allem für Europa und Asien das Überflutungsrisiko beachtlich erhöhen. Dürren würden gerade in trockenen, bevölkerungsreichen Regionen die Wasserknappheit verstärken. Das wiederum führt - bei steigender Bevölkerungszahl - zu geringeren Erträgen beim Weizen-, Mais- und Reisanbau.

Extreme Wetterphänomene wie Überschwemmungen an Küsten, Dürren und Hitzewellen werden dem Bericht zufolge die Migration von Menschen verstärken. Das könne zusammen mit Wasser- und Nahrungsmittelknappheit „indirekt das Risiko für Gewaltkonflikte“ erhöhen. Das Risko dafür habe sich bereits erhöht, meinte ein Mitautor der Studie vom Roten Kreuz. „Wir leben in einer Zeit, wo Klimaerwärmung keine Hypothese für die Zukunft mehr ist, sondern Auswirkungen bereits weitreichend spürbar sind“, so Field.

Zeit zum Umsteuern

Noch ist es aus Sicht der Experten nicht zu spät zum Umsteuern: Durch rasche und umfassende Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes könnten die Gefahren wesentlich verringert werden. Viele Maßnahmen seien einfach und billig - etwa der Kampf gegen Wasserverschwendung und der Schutz der Küsten. Zudem sollten Menschen davon abgehalten werden, sich in Gegenden niederzulassen, die von extremen Wetterphänomen heimgesucht werden können.

Seit Dienstag brüteten die Wissenschaftler und Regierungsvertreter in Yokohama südlich von Tokio über dem Bericht. Dabei handelt es sich um den zweiten von drei Teilen des nunmehr fünften Sachstandberichts des Weltklimarates. Über 300 Hauptautoren haben dafür Tausende Studien analysiert.

Dritter Teil mit Lösungen im April

Im ersten, im September veröffentlichten Teil ging es um die Ursachen und wissenschaftlichen Grundlagen. Der zentrale Befund lautete, dass die Verantwortung des Menschen für die Erderwärmung klarer als je zuvor festgestellt werden konnte. In Teil zwei geht es um die Konsequenzen. In Teil drei, der Mitte April in Berlin veröffentlicht werden soll, sollen mögliche Lösungen aufgezeigt werden. Der letzte IPCC-Sachstandbericht war 2007 in Paris veröffentlicht worden und hatte weltweit das Bewusstsein für die Gefahr durch den Klimawandel geschärft. Die Bemühungen um ein globales Klimaabkommen sind dennoch kaum vorangekommen.

NGOs und Politik fordern rasches Handeln

In ersten Reaktionen forderten NGOs wie auch der Bericht selbst ein rasches Handeln. Ohne schnelle Taten bei der Anpassung und der Emissionsreduzierung könnte das Ziel, dass jeder genug zu essen habe, für immer verfehlt werden, warnte etwa die Hilfsorganisation Oxfam. Die Umweltschutzorganisation Global 2000 rief zum „sofortigen Handeln“ auf: Der Bericht zeige einmal mehr die Risiken des Klimawandels, nicht nur gesundheitlicher, sondern auch wirtschaftlicher Natur. „Wir bewegen uns auf schmalem Grat“, sagte die Greenpeace-Klimaexpertin Kaisa Kosonen.

Auch US-Außenminister John Kerry warnte vor den „katastrophalen“ Folgen des Klimawandels. Manche seien der Ansicht, dass der Kampf gegen den Klimawandel zu teuer sei, fügte Kerry hinzu. „Aber zu warten ist wirklich unbezahlbar“, sagte er nach eienm Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Sonntagabend in Paris. Die USA stoßen weltweit nach China die meisten Treibhausgase aus.

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