Russland: Ukraine kappt Stromversorgung für Krim
Nach dem umstrittenen Beitritt der ukrainischen Halbinsel Krim zu Russland werfen die neuen Machthaber auf der Halbinsel der Ukraine vor, die Stromversorgung zu kappen.
Nur etwa 50 Prozent des vereinbarten Lieferumfangs komme im Moment auf der Krim an, sagte Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew heute in Simferopol. Er warf der Ukraine vor, die Halbinsel nach ihrem Anschluss an Russland nun unter Druck setzen zu wollen. Die Krim sei aber vorbereitet und habe Hunderte Dieselgeneratoren, um auf Stromsenkungen zu reagieren.
Krankenhäuser, Pumpstationen für die Wasserversorgung und die Machtstrukturen würden weiter ausreichend versorgt, sagte Temirgalijew. Gegenwärtig würden neun mobile Elektrizitätsstationen errichtet. Damit werde die Halbinsel in anderthalb Monaten unabhängig vom ukrainischen Kernland sein. Im schlimmsten Fall drohe für diese Zeit eine eingeschränkte Versorgung.
Ukrainische Medien berichteten, dass der Strom gestern Abend etwa in Jalta, Sudak und Jewpatorija ausgefallen war. Der Versorger Krimenergo gab dem ukrainischen Unternehmen Ukrenergo die Schuld an den Engpässen. Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk hatte zuvor gesagt, dass ungeachtet der Spannungen die Halbinsel weiter versorgt werden solle, Russland dafür aber zahlen müsse.
Westen befürchtet Ausweitung der Krim-Krise
Der Westen befürchtet unterdessen, dass sich Russland nach der ukrainischen Krim auch andere Regionen einverleiben könnte - nicht nur in der Ukraine. Die NATO zeigte sich beunruhigt über die russische Militärpräsenz an der Ostgrenze der Ukraine und denkt eine Verlegung von Truppen an.
Auf der Krim übernahm Russland inzwischen die militärische Kontrolle, wobei heute Früh eine weitere Marinebasis eingenommen wurde. Russlands Präsident Wladimir Putin ordnete am Wochenende die Einführung neuer Verwaltungsstrukturen auf der Halbinsel bis zum 29. März an. Heute soll neben der ukrainischen Währung Griwna offiziell der Rubel als Zahlungsmittel eingeführt werden.
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