ADAC müsste laut Experte 70 Prozent der Beiträge versteuern

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Dem deutschen Automobilclub ADAC drohen hohe Steuerzahlungen - und seinen Mitgliedern steigende Beiträge.

Der Club müsste auf bis zu 70 Prozent der Mitgliedsbeiträge Versicherungssteuer zahlen, sagte der Chef der Deutschen Steuergewerkschaft (DSTG), Thomas Eigenthaler, gestern in Berlin. Diese Steuer in Höhe von 19 Prozent werde der Verein sicher auf seine Mitglieder abwälzen, zeigte er sich überzeugt.

Bisher nur Umsatzsteuer bezahlt

Der ADAC zahle bisher keine Versicherungssteuer auf die Beiträge seiner fast 19 Millionen Mitglieder, sondern Umsatzsteuer, wie Eigenthaler sagte. Nach seinen Angaben muss der Autoclub diese Steuer in Höhe von ebenfalls 19 Prozent nur auf zehn Prozent der Beiträge zahlen. Das sei „astronomisch niedrig“, kritisierte er.

Nach Ansicht des Bundeszentralamtes für Steuern sind die Pannen- und Unfallhilfe, die jedes Mitglied des ADAC als Leistung erhält, jedoch versicherungssteuerpflichtig, wie der „Spiegel“ am Wochenende berichtete. Der ADAC bestätigte nun, dass es für die Jahre 2007 bis 2009 eine Versicherungssteuerprüfung gibt. Dabei werde „erstmals“ seitens der Finanzbehörden thematisiert, ob die Mitgliedsbeiträge zumindest zum Teil der Versicherungssteuer unterliegen.