„Ich war nur ein Ingenieur“
Das US-Magazin „Newsweek“ will die Rückkehr seiner gedruckten Ausgabe mit einer großen Enthüllung feiern und hat einen 64-Jährigen aus Kalifornien als Erfinder der Digitalwährung Bitcoin präsentiert. Er weist jetzt alles zurück. Dabei gibt es aber Indizien, die sehr wohl für ihn sprechen.
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Der Mann, den „Newsweek“ als den geheimnisvollen Erfinder des Bitcoin ausgemacht haben will, hat nun jegliche Verbindung mit der Digitalwährung abgestritten. „Ich habe nichts mit dem Bitcoin zu tun, nichts mit der Entwicklung. Ich war nur ein Ingenieur, der etwas anderes gemacht hat“, sagte Dorian Nakamoto der Nachrichtenagentur AP in einem Exklusivinterview.
Turbulente Szenen in Los Angeles
Nakamoto habe den Angaben zufolge die Polizei gerufen, als ein „Newsweek“-Reporter bei ihm vor der Tür stand und um eine Stellungnahme bat. Auch nach Veröffentlichung des „Newsweek“-Berichts wurde sein Haus von Journalisten belagert. Gemeinsam mit einem AP-Reporter verließ er dann das Haus, es folgte eine Verfolgungsjagd quer durch Los Angeles. Beobachter fühlten sich an die wilde Jagd nach O. J. Simpson im Jahr 1994 erinnert, diesmal nur noch begleitet durch zahlreiche Kommentare und Fake-Accounts auf Twitter.

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Die ersten Reporter vor Nakamotos Haus
Aussagen missverstanden?
„Newsweek“ hatte den Bericht unter anderem mit Zitaten von Nakamoto gestützt, die zumindest auf eine frühere Verbindung zum Bitcoin hinwiesen. „Ich bin nicht mehr daran beteiligt und ich kann nicht darüber reden“, sagte er demnach in einem kurzen Gespräch in Anwesenheit zweier von ihm gerufener Polizisten. „Es ist an andere Leute übergeben worden. Sie sind jetzt dafür verantwortlich. Ich habe keine Verbindung mehr.“ Der AP sagte er nun, diese Sätze seien missverstanden worden, weil sein Englisch nicht perfekt sei.
Name geändert
Als Name des Bitcoin-Gründers kursierte im Netz Satoshi Nakamoto, allerdings hielten das viele für ein Pseudonym oder sogar eine Bezeichnung für eine Gruppe von Programmierern. Laut „Newsweek“ heißt der Vater der Digitalwährung aber wirklich so, Satoshi Nakamoto ist demnach sein Geburtsname, er änderte ihn aber vor rund 40 Jahren in Dorian S. Nakamoto.

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Gegenüber der Nachrichtenagentur AP dementierte Nakamoto alles
Das Magazin führte eine Reihe von Indizien auf, die für seine These sprechen, darunter Übereinstimmungen im Sprachstil, die Vorgehensweise beim Programmiercode und Hinweise von anderen Bitcoin-Entwicklern. Der in Japan geborene Physiker sei als Kind in die USA ausgewandert, habe eine Schwäche für Modelleisenbahnen und lebe zurückgezogen in einem Vorort von Los Angeles, so der Bericht, der auch seinen Bruder zitierte.
Mysteriöser Blogeintrag
Interessanterweise meldete sich nach dem „Newsweek“-Bericht auch der „Satoshi Nakamoto“ zu Wort, der 2009 Papiere zum Bitcoin veröffentlicht hatte. Nach fünf Jahren Schweigen schrieb er in einem Forum lediglich: „Ich bin nicht Dorian Nakamoto.“ Der Betreiber des Forums bestätigte dem Technologie-Blog TechCrunch, dass der Account mit derselben E-Mail-Adresse von 2009 verknüpft ist. Allerdings können auch E-Mail-Absendeadressen vorgetäuscht werden.
Krypto-Währung in der Krise
Bitcoin wurde im Jahr 2009 erfunden. Die digitale Währung ist die bekannteste der neuen Generation von rein virtuellen Zahlungsmitteln, die auch als Krypto-Währungen bezeichnet werden. Dabei wird das Geld nicht von einer zentralen Stelle ausgegeben, sondern von am Netzwerk beteiligten Computern nach rein mathematischen Regeln geschaffen. Die Bitcoins zirkulieren unter den Teilnehmern dann als universell einsetzbares privates Zahlungsmittel.
Die Digitalwährung steckt derzeit in ihrer bisher schwersten Vertrauenskrise, seit im vergangenen Monat die Handelsplattform MtGox, eine der ältesten und wichtigsten ihrer Art, den Betrieb eingestellt hatte. MtGox waren nach eigenen Angaben 750.000 Bitcoins von Kunden und 100.000 eigene Exemplare abhandengekommen. Der Gesamtwert der verschwundenen „Münzen“ belief sich auf rund 350 Millionen Euro. Die Firma mit Sitz in Japan macht Hacker für den Angriff verantwortlich.
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