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Ein Ball wie eine Cremeschnitte

Der prachtvollen Eröffnung des 58. Opernballes am Donnerstagabend mit ebenso glanz- wie gefühlvollen Opernarien und Ballettchoreographien ist Extremes gefolgt: So ereignete sich in der Nähe der Loge von Richard Lugner eine Schlägerei. Lugners Stargast Kim Kardashian absolvierte wiederum einen rekordverdächtigen Kurzauftritt.

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Johannes B. Kerner

ORF

Schon kurz nach der Eröffnung flogen die Fäuste: Ein sichtlich betrunkener Ballgast pöbelte in der Nähe von Lugners Loge den deutschen TV-Moderator Johannes B. Kerner so lange an, bis dessen Begleiter ihm einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht versetze. Auf dem roten Teppich vor der Oper hatte sich Kerner noch als Österreich-Fan geoutet.

Kim Kardashian und ihr Gastgeber Richard Lugner

APA/Georg Hochmuth

Einen wenig glücklichen Abend verbrachte auch Lugner. Kardashian schaffte es, den Baulöwen binnen 36 Stunden gleich mehrmals zu versetzen. Und dann verwehrte Kardashian, die in einer schwarz-nude-färbigen Kreation gekommen war, ihrem Gastgeber auch auf dem roten Teppich sein so geliebtes Blitzlichtgewitter. Das It-Girl schlich sich gemeinsam mit ihrem eigenen Kamerateam und in Begleitung des Baumeisters durch einen Seiteneingang in die Oper. Kardashian zeigte sich von dem Ball zwar begeistert, blieb aber nur rekordverdächtig kurz im Haus am Ring.

Margit Fischer, Bundespräsident Heinz Fischer, Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan und dessen Frau Nane Lagergren

APA/EPA/Peter Lechner

Auch die Ehrengäste von Bundespräsident Heinz Fischer und Frau Margit - Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan und dessen Frau Nane - verließen den Ball noch vor Mitternacht. Annan hatte das Event zuvor diplomatisch-charmant gelobt: Er und seine Frau hätten sich nach der Einladung durch Fischer gesagt, einmal im Leben müsse man auf den Opernball.

Blick von einer Loge auf die tanzende Menschenmenge

ORF.at/Roland Winkler

Drehen, drängen, treten: je nach Konstitution, Laune und Charakter traumhafter Moment oder Alptraum

Tanzendes Paar am Opernball

ORF.at/Roland Winkler

Hier ein Paar, das - eher - in die Traum- als Alptraumkategorie gehört

Das Jungdamen- und Jungherren-Komitee bei der Eröffnung

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Debütierende Töchter und Söhne den richtigen Eltern in den Logen zuordnen zu können - das ist quasi der Society-Test

Ballbesucherinnen mit Zylinder und Melone

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Die Roben der weiblichen Gäste boten vieles - von tiefen Ein- und Ausblicken über Jahrgangsrätsel (O-Ton des ORF-Moderatorenduos Wagner-Trenkwitz/Hohenlohe zum Kleid von Lotte Tobisch: „Das ist älter als zwei Debütantinnen zusammen“) bis hin zu Amüsantem

Logen der Wiener Staatsoper

ORF.at/Roland Winkler

Die Logen waren wie immer mehr als voll. Wegen strengerer Compliance-Regeln für staatsnahe Betriebe verzichteten einige Stammkunden auf ihre Loge - vor allem deutsche Gäste füllten die Lücke.

Tänzerin und Tänzer des Staatsopernballetts

APA/Georg Hochmuth

Die Eröffnung fiel glamourös aus: Anstatt Wiener Lieder oder lieblicher Operetten wurden ausschließlich Opernarien dargeboten - Video dazu in iptv.ORF.at. Hausherr Dominique Meyer begrüßte neben Fischer und Generalsekretär Kofi Annan auch Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP). Vom Hypo-Debakel wollte sich kein Politiker den Ball vermiesen lassen.

Tenor Michael Schade

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Der Tenor Michael Schade präsentierte „Pourquoi Me Reveiller“ aus Jules Massenets „Werther“. Er witzelte, sein selbstmörderischer Werther passe „perfekt“ zum Opernball, da dieser auch ein Drama sei.

Sängerin Anita Hartig

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Zuvor hatte - nach dem Einzug der Debütanten zur Fächerpolonaise - Anita Hartig mit ihrer gefühlvollen Interpretation von „Depuis Le Jour“ aus Gustave Charpentiers „Louise“ das Publikum begeistert. Auch Margarita Gritskova überzeugte mit einer temperamentvollen Darbietung von Gioachino Rossinis „Di Tanti Palpiti“ aus „Tancredi“

Tänzerinnen und Tänzer des Staatsopernballetts

APA/Georg Hochmuth

Renato Zanellas Ballett präsentierte eine fulminante Schwarz-Weiß-Choreographie zu „Danse Diabolique“ von Josef Hellmesberger dem Jüngeren.

Paar bei der Mitternachtspolka

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So lustig kann ein Tanz sein, der vor mehr als 200 Jahren „in“ war. Und für Lotte Tobisch ist der Opernball an sich zeitlos. Man dürfe ihn nicht abschaffen, denn schließlich gehöre der Ball „in die gleiche Kategorie wie Faschingskrapfen und Cremeschnitten“, so ihre unwiderlegbar schlüssige Begründung.

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