EU-Wahl: Freund stellt sich bei roten Gewerkschaftern vor

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Die SPÖ bemüht sich derzeit, ihren Spitzenkandidaten für die EU-Wahl, Eugen Freund, in der eigenen Partei bekanntzumachen. Ein etwas delikater Termin steht dabei nächsten Dienstag an. Freund stellt sich dem Vorstand der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG). Bei der FSG war hinter vorgehaltener Hand Freunds Unkenntnis der Höhe eines Arbeitergehalts kritisiert worden.

Nach außen hatte die FSG freilich Geschlossenheit demonstriert. Ihr Vorsitzender Wolfgang Katzian war zwar „nicht froh“, meinte aber, am Anfang dürften schon Fehler passieren. Auch ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser wollte Freund eine zweite Chance geben. Bau/Holz-Gewerkschaftschef Beppo Muchitsch spielte den Fauxpas des Neo-Politikers ebenso herunter wie der Vorsitzende der Pro-Ge Rainer Wimmer.

In den hinteren Reihen wurde dagegen doch von dem einen oder anderen über Freunds eigenwillige Aussagen in einem „profil“-Interview gemurrt. Denn der Spitzenkandidat hatte dort das durchschnittliche Arbeitergehalt auf 3.000 Euro und damit rund 1.000 Euro zu hoch geschätzt und nach der Aufklärung gemeint: „Das ist sehr wenig.“ Er könne aber nichts dafür. Auch sein Klagen, mit einer ASVG-Pension nicht auskommen zu können, sorgte bei Arbeitnehmervertretern für Stirnrunzeln.

Wahlallianz tritt als „Europa anders“ an

Unterdessen wurde bekannt gegeben, dass die Wahlallianz zwischen KPÖ, Piraten und der Partei Der Wandel bei der EU-Wahl unter dem Namen „Europa anders“ antreten wird. Die Parteien treten unter anderem für Verteilungsgerechtigkeit, Netzfreiheit und Datenschutz ein, erklärten die Proponenten heute bei einer Pressekonferenz. Die Spitzenkandidaten stehen noch nicht fest, sie werden beim Gründungskonvent am 1. März gewählt.

Die Wahlallianz, für die sich die Parteien auf die Farbe senfgelb geeinigt haben, wirbt mit dem Motto „Es muss anders werden, damit es gut wird“. Auf dem Wahlzettel wird sie unter der Kurzform „Anders“ zu finden sein.

Der fraktionsfreie EU-Mandatar Martin Ehrenhauser unterstützt die Wahlallianz und sichert ihr somit den Antritt, dennoch will Europa anders Unterstützungserklärungen sammeln. Ob Ehrenhauser auch als Spitzenkandidat antritt, wird im Laufe der kommenden Woche bekanntgegeben. Die ersten beiden Listenplätze werden für unabhängige Kandidaten frei gehalten, bis zum 15. Februar kann man sich online dafür anmelden. Das Programm von Europa anders wird bis zum 22. Februar in einem offenen Prozess mit allen Interessierten entwickelt.