Wegen hoher Schulden unter Aufsicht
Das nationale Museum für die Künste des 21. Jahrhunderts (MAXXI) in Rom segelt auf Wachstumskurs. Nachdem es vor einem Jahr wegen seiner hohen Verschuldung unter Sonderverwaltung von Italiens Ex-Kulturministerin Giovanna Melandri gestellt wurde, kann das Museum 2013 ein Besucherplus von 40 Prozent feiern.
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37 Ausstellungen und 272 Events wurden im vergangenen Jahr organisiert, 300.000 Personen besichtigten das MAXXI, 1.500 Personen besuchten durchschnittlich das Museum pro Tag, und sechs Ausstellungen wurden ins Ausland exportiert - so die stolze Bilanz.
Unter Leitung des Chinesen Hou Hanru
Fünf Millionen Euro hat die Regierung von Premier Enrico Letta dem von der britischen Architektin irakischer Herkunft, Zaha Hadid, entworfenen Museum zur Verfügung gestellt. Ziel des Museums ist es, 50 Prozent seiner Ressourcen von Privatsponsoren einzutreiben, zu denen im vergangenen Jahr bereits die renommierte römische Modegruppe Fendi zählte. Im Aufsichtsrat des MAXXI sitzt Beatrice Trussardi, Geschäftsführerin des gleichnamigen Mailänder Modekonzerns.

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Geschwungene Treppen in schwarzem Marmor verleihen dem Museum Eleganz
Das Museum will stark auf Internationalisierung setzen und im neuen Jahr mit einem qualifizierten Ausstellungsprogramm punkten. Zuletzt wurde ein künstlerisches Komitee eingerichtet, in dem Persönlichkeiten wie Rem Koolhas, Achille Bonino Oliva, Hans Ulrich Obrist und Jean Nouvel sitzen. Künstlerischer Direktor des MAXXI ist seit einigen Monaten der chinesische Kritiker und Kurator Hou Hanru. Der 50-Jährige leitete unter anderem die Schanghai-Biennale 2000, die Gwangju-Biennale 2002 und die Istanbul-Biennale 2007, zuletzt arbeitete er als Direktor am San Francisco Art Institute.
Museum setzt verstärkt auf Internationalisierung
Unter seiner Leitung will das MAXXI einen immer internationaleren Ruf erlangen und verstärkt Besucher aus dem Ausland anlocken. In diesem Jahr will das Museum etwa mit der von Hou Hanru kuratierten Ausstellung „Utopia for sale?“ punkten, einer Hommage zu Ehren des im vergangenen August verstorbenen US-Künstlers polnischer Abstammung Allan Sekula. Eine Ausstellung, die gemeinsam mit dem Pekinger Red Brick Art Museum organisiert wurde, ist dem französisch-chinesischen Künstler Huang Yong Ping gewidmet, der für seine gigantischen Installationen bekannt ist.
Geplant ist im Laufe dieses Jahres eine Ausstellung über den modernen Iran, die mit dem Pariser Musee d’Art Moderne organisiert wird. Die Ausstellung befasst sich mit visuellen Künsten in Iran von den 1960er Jahren bis heute. Mode steht bei der Ausstellung „Bellissima: Das Italien der Haute Couture 1945 - 1968“ im Vordergrund. Die Schau will die italienische Gesellschaft mit einem Überblick der „Alta Moda“ zwischen Rom, Florenz, Venedig und Mailand porträtieren.
Jahrelange Errichtungszeit
Das MAXXI wird von einer Stiftung verwaltet, an der sich Privatunternehmen und die Gemeinde Rom beteiligen. Es bietet 10.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. 21.000 Quadratmeter misst der Innenraum des Museums. Die Struktur ist in fünf Galerien geteilt. „Ein raffiniertes Spiel aus Stahlbeton, Glas und Metall“, beschrieb Hadid ihr Museum.
Für den Bau des MAXXI auf dem Gelände einer früheren Kaserne im nördlichen Teil Roms wurden 150 Millionen Euro investiert. Wegen Mangels an Finanzierungen mussten die Arbeiten immer wieder unterbrochen werden und dauerten Jahre. „Der unerwartete Vorteil war, dass ich öfters Rom besuchen konnte“, scherzte Hadid über die lange Errichtungszeit. 1998 wurde der Entschluss gefasst, das MAXXI zu bauen, 2009 wurde es schließlich fertiggestellt und am 28. Mai 2010 eröffnet.
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