„Pakt der Verantwortung“
Die angebliche Liebesbeziehung des französischen Staatschefs Francois Hollande mit einer Schauspielerin droht seinen geplanten politischen Neustart zu vermasseln. Vor rund 600 Journalisten will Hollande am Dienstag im Elysee-Palast seine Vision für das krisengeplagte Land vorstellen, doch stattdessen steht sein Privatleben im Fokus.
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Der Auftritt im Festsaal seines Amtssitzes ist für Hollande erst die dritte große Pressekonferenz seit dem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren. Seit Tagen bereitet sich der Staatschef mit seinen engsten Mitarbeitern akribisch vor. Im Mittelpunkt soll ein „Pakt der Verantwortung“ stehen, für den er die Unternehmen gewinnen will: Im Gegenzug für eine Senkung der Arbeitskosten sollen sie mehr Jobs schaffen. Mit Spannung wird auch erwartet, ob sich der Sozialist wie bereits in seiner Neujahrsansprache zu einer wirtschaftsfreundlicheren Politik bekennen wird.
„Hochinteressanter Auftritt“
Anderthalb Stunden will sich Hollande den Fragen der Journalisten stellen. Dass er dabei bestimmt nach seiner angeblichen Affäre mit der Schauspielerin Julie Gayet befragt werde und der Staatschef dann reagieren müsse, verspreche „einen hochinteressanten Auftritt“, machte sich die Zeitung „Sud-Ouest“ am Wochenende lustig. Die Berichte der Klatschpresse seien für Hollande „katastrophal in jeder erdenklichen Weise“, befand die Zeitung „L’Alsace“.
Die prekäre Situation spitzte sich für Hollande am Wochenende zu, nachdem bekanntgeworden war, dass seine offizielle Partnerin Valerie Trierweiler nach den Berichten über seine angebliche Liebesaffäre ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Journalistin habe „eine Pause einlegen und sich einigen Tests unterziehen“ müssen, hieß es am Sonntag aus ihrer Umgebung. Trierweiler sei am Freitag in die Klinik eingeliefert worden, könne diese aber wahrscheinlich am Montag wieder verlassen.
„Premiere Dame“ Trierweiler
Frankreichs Staatschef Francois Hollande ist seit Jahren mit Valerie Trierweiler liiert. Beide sind zwar nicht verheiratet, die Journalistin tritt aber als Frankreichs „Premiere Dame“ auf. Aus einer früheren Beziehung mit der sozialistischen Politikerin Segolene Royal hat Hollande vier Kinder.
Mafia-Verbindungen zu Wohnung
Unterdessen zieht die Affäre immer weitere Kreise: Laut Informationen französischer Medien bestehen bei dem Gebäude, in dem sich der Staatschef mit seiner Geliebten Julie Gayet getroffen haben soll, Verbindungen zur korsischen Mafia. Nach Informationen des Nachrichtenportals Mediapart wurde die Wohnung in der Nähe des Elysee-Palasts der angeblichen Geliebten Hollandes von einer Schauspielkollegin überlassen, die früher mit Michel Ferracci verheiratet war.
Der Schauspieler war kürzlich im Fall eines Glücksspielrings in Paris, dessen Profite an die korsische Mafia geflossen sein sollen, zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Schauspielfreundin von Gayet soll später mit Francois Masini liiert gewesen sein, der der korsischen Mafia zugeordnet und im Mai 2013 ermordet wurde. Der konservative Oppositionschef Jean-Francois Cope attackierte Hollande wegen der angeblichen Affäre hart.
Wohnung in Nähe des Elysee-Palasts
Das Magazin „Closer“ hatte am Freitag berichtet, dass Hollande eine Liebesbeziehung mit der Schauspielerin Gayet habe. Der 59-Jährige verbringe seit Juni 2013 immer wieder gemeinsam mit der 41-Jährigen die Nächte in einer Wohnung, die auf den Namen von Freunden der Schauspielerin laufe und nicht weit vom Elysee-Palast entfernt liege. Demnach lässt sich Hollande abends heimlich von einem Fahrer des Elysee-Palasts mit einem Motorroller zu der Wohnung bringen und in der Früh wieder abholen.
Ende des langweiligen Hollande?
Im Wahlkampf war der Sozialist auch mit dem Versprechen angetreten, anders als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy nur mit seiner Arbeit und nicht mit seinem Privatleben für Schlagzeilen zu sorgen. Sarkozy hatte gleich seinen ersten Neujahrsempfang im Elysee genutzt, um zu verkünden, dass es ihm mit seiner Geliebten Carla Bruni „ernst“ sei.
Die Franzosen lässt das mutmaßliche Techtelmechtel ihres unverheirateten Präsidenten mit der hübschen Gayet offenbar ziemlich kalt. Nach einer am Sonntag vom „Journal du dimanche“ veröffentlichten IFOP-Umfrage hat sich für 84 Prozent von ihnen das Bild, das sie von ihrem Präsidenten haben, durch die „Enthüllungen“ überhaupt nicht verändert. 13 Prozent gaben an, sie hätten nun einen schlechteren Eindruck vom Staatschef. Für drei Prozent hat Hollande durch die angebliche Affäre sogar an Sympathie gewonnen.
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