Gesamtschule: Noch mehr ÖVP-Unmut aus der Steiermark
Die steirischen ÖVP-Politiker haben ihre Bundespartei offenbar doch auf einer „Watchlist“. Die schwarze steirische Wissenschaftslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder meldete sich gestern mit scharfer Kritik an der Bundes-ÖVP und deren bildungspolitischer Linie zu Wort. Ihr sei „der Kragen geplatzt“, sagte sie dem „Kurier“ (Freitag-Ausgabe).
Anlass war die Reaktion von ÖVP-Chef Michael Spindelegger auf den Wunsch des Vorarlberger Landeshauptmanns Markus Wallner (ÖVP) nach einer Modellregion für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen. Spindelegger hatte darauf verwiesen, dass eine solche nicht im Koalitionspakt stehe. Edlnger-Ploder geißelt das nun wörtlich als „Starrsinn“, der der ÖVP nicht guttue. „Dass man als Partei, die sich als innovativ und zukunftsorientiert rühmt, einen Modellversuch brüsk ablehnt, halte ich nicht aus.“
Kein „Kadavergehorsam“
Sie wolle nicht in einer Partei, „in der Kadavergehorsam verlangt wird“, sein, sondern vielmehr in einer, „die Vielfalt und Andersdenkende zulässt“. Das Regierungsprogramm sei kein Argument, denn „da ist vieles nicht drin, was wir brauchen“.
Amon will Modellregionen in der Steiermark
Davor hatte bereits der steirische ÖVP-Mandatar Werner Amon gesagt, er sei gegen ein „Diskussionsverbot“ in Sachen Gesamtschule. Er will auch in der Steiermark Modellregionen für die Gesamtschule.
Mehr dazu in steiermark.ORF.at
Platter will Pilotversuch „durchziehen“
Entgegen der Parteilinie will auch der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) den Pilotversuch im Zillertal ab Herbst „durchziehen“. Der Modellversuch in Innsbruck sei hingegen vorerst gestorben.
Mehr dazu in tirol.ORF.at