Mindestens 21 Tote zu beklagen
Schon zuletzt hat die Kältewelle in den USA einen klimatischen Rekordwert nach dem anderen eingestellt. In der Nacht auf Mittwoch drang der Frost jedoch auch in den Süden vor und drückte das ganze Land unter den Gefrierpunkt. In Hawaii, wo die Jänner-Tiefstwerte bei durchschnittlich 18,7 Grad Celsius liegen, wurden Minusgrade gemessen, auf dem Berg Mauna Kea sogar minus acht Grad Celsius.
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Auch in Florida, wo sonst um diese Jahreszeit die Strände gut gefüllt sind, mussten sich die Autofahrer mit dem für sie ungewohnten Phänomen von Straßenglätte abfinden. In Pensacola, beim 30. Breitengrad und damit südlicher als etwa Tunesien gelegen, zeigte das Thermometer in der Nacht auf Mittwoch minus sieben Grad Celsius. Die Folgen für die Landwirtschaft in den üblicherweise konstant warmen Landstrichen der USA sind noch nicht abzuschätzen.
Minusrekorde im Süden fallen reihenweise
Inzwischen sind 190 Millionen Menschen von der Kältewelle betroffen. Mit dem Vordringen der Kälte in den Süden brachte sie auch neue Gefahren. Zwar waren die Temperaturen im Norden des Landes weiterhin viel tiefer, Bewohner etwa der Bundesstaaten Illinois, Massachusetts und New York haben harte Winter jedoch schon erlebt. Bundesstaaten wie Georgia und Louisiana treffen die Temperaturen jedoch unvorbereitet. Nicht umsonst war etwa in ganz New Orleans sämtliches Isoliermaterial ausverkauft.

APA/AP/David Tulis
Mensch und Tier im Süden der USA müssen sich der ungewohnten Kälte stellen
Alle großen Städte des Südens sahen in der Nacht historische Tiefsttemperaturen: In Birmingham in Alabama wurde der bisherige Rekord von minus 11,7 Grad Celsius um gleich 2,3 Grad unterboten. In Nashville in Tennessee wurden minus 16,7 Grad gemessen, in Little Rock in Arkansas minus 13 Grad. Auch im Norden und Osten gab es neue Rekorde, etwa mit minus 17 Grad in Washington DC. Chicago kühlte auf minus 24 Grad Celsius ab.
Tausende Reisende weiterhin gestrandet
Laut offiziellen Angaben von Mittwochfrüh sind inzwischen 21 Todesopfer zu beklagen, durch Erfrierungen, Verkehrsunfälle oder Überanstrengung beim Beseitigen der Schneemassen. Menschen ohne Zuhause mussten weiterhin Zuflucht in Notunterkünften suchen, um der lebensgefährlichen Kälte zu entkommen. Sogar im sonst eher wärmeverwöhnten Südstaat Georgia starb ein Obdachloser an den Folgen des Winterwetters. In New York waren mehr als 50.000 Obdachlose, darunter 22.000 Kinder, zu schützen.
Die US-Regierung verfolge das extreme Wetter genau und stehe bereit, um notfalls Hilfe zu leisten, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Die Katastrophenschutzbehörde FEMA stehe in engem Kontakt mit den Behörden in den betroffenen Gebieten, sagte Regierungssprecher Jay Carney. Auch Verkehrsverbindungen waren weiterhin nur unter Schwierigkeiten aufrechtzuerhalten. Pannendienste kommen mit der Arbeit nicht nach, ungefähr 11.000 Flüge fielen in den letzten Tagen aus.
Hoffen auf Tauwetter
Der „Polar Vortex“ (Polarwirbel), der sonst über dem Nordpol strömt, war im Zuge eines unüblichen Klimaphänomens in Richtung Süden gekippt und damit nach Nordamerika abgelenkt worden. Nur langsam schiebt sich der Polarwirbel über den Kontinent hinweg, aber in den kommenden Tagen soll es wieder wärmer werden. Die zweite Hälfte der Woche soll in den meisten Teilen des Landes Tauwetter bringen. Die Versorgung von Millionen Menschen mit Energie und Nahrungsmitteln ist dennoch weiterhin gefährdet.
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