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Wer kommt denn da von draußen rein?

Fans von klassischen Sommersportarten wie Tauchen, Surfen, Mountainbiken und Klettern haben im Winter Trainingspause - außer man verfrachtet den Sport kurzerhand hinein ins Warme. Auch wenn Österreich nicht gerade „Hallenweltmeister“ ist, überrascht es doch, für wie viele Outdoor-Sportarten es bereits Indoor-Möglichkeiten gibt.

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Tauchen ist ein Sport, der wie kaum ein anderer mit Sonne, Strand und warmen Temperaturen verknüpft ist. Doch in unseren Breiten sind Tauchgänge in natürlichen Gewässern im Winter schon alleine wegen der tiefen Wassertemperaturen nur für wenige Personen geeignet.

Tauchen mit Plastikhaien

Allen anderen sei ein Ausflug ins Indoor-Tauchbecken ans Herz gelegt. Im deutschen Duisburg steht das größte davon. Ein alter Wasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von knapp 16 Millionen Liter Wasser wurde zum Tauchzentrum Nullzeit umgebaut. Für die Taucher wurden acht Erlebnisgänge mit versunkenen Autos, Schiffen und Häusern angelegt. Mit abenteuerlichen Tauchgängen wirbt auch das Monte Mare in Rheinbach bei Köln. Grotten- und Höhlenlabyrinthe, sprudelnde Unterwasservulkane, ein Bootswrack und wechselnde Unterwasserdekoraktion inklusive - und das alles bei angenehmen 28 Grad Wassertemperatur.

Taucher im Indoor-Becken

monte mare Unternehmensgruppe

Im deutschen Monte Mare tauchen die Wassersportler vor einer Ruinenkulisse

Wer tiefer hinunter will, muss nach Belgien. In der Nähe von Brüssel taucht man im Nemo 33 bis zu 34,5 Meter tief, bei angenehmen 30 Grad Wassertemperatur. Diese Tiefenrekorde findet man in Österreich nicht, aber im Tauchturm in Seiersberg bei Graz geht es für Taucher im Edelstahlbecken immerhin elf Meter hinunter.

Die perfekte Welle unterm Glasdach

Wer die perfekte Welle sucht, hat die Wahl zwischen einigen Flugstunden oder einem Abstecher ins Alpamare im bayrischen Bad Tölz. Für vier Euro die Stunde kann man dort beim Flowriding das Gefühl für die richtige Balance auf dem Brett üben. Richtiges Stand-up-Boarden gibt es im Gezeitenland auf der deutschen Nordseeinsel Borkum oder im niederländischen Wasserpark Dutch Water Dreams in der Nähe von Den Haag.

Selbst Windsurfevents finden mittlerweile in der Halle statt, wo riesige Turbinen für den richtigen Wind sorgen. Doch bisher sind die Bewerbe Profisportlern vorbehalten. Wasserskifahrer und Wakeboarder müssen in Europa im Winter (noch) pausieren, eine Wassersporthalle ist in Deutschland jedoch bereits in Planung. Unter einer riesigen Glaskuppel sollen dann das ganze Jahr über ideale Bedingungen für Surfer, Wakeboarder, aber auch Kletterer und Skateboarder, herrschen.

Forellen beißen auch drinnen

Passionierte Fischer habe es im Winter besonders schwer, wenn sich die Beute tief auf den Grund von Seen und Flüssen zurückgezogen hat. Ein findiger Angler ließ deshalb im niederländischen Reuver direkt an der deutschen Grenze einen künstlichen Fluss auf einer Länge von 900 Metern überdachen und wirbt nun mit dem größten Indoor-Anglerpark Europas. Für elf Euro kann man zwei Stunden lang bei jeder Witterung fischen, zudem werden zwei Forellen vor den Augen des Fischers eingesetzt - zusätzlich zu den rund 350 Fischen, die in dem künstlichen Bachlauf bereits herumschwimmen. Wer seinen Fang nicht behalten will, kann ihn auch eintauschen: zwei Fische gegen eine geräucherte Forelle, fünf Fische gegen eine Flasche Wein.

Nur für Schwindelfreie

Die Berge gehören im Winter den Skifahrern und Snowboardern, da müssen Kletterer wohl oder übel ins Warme ausweichen. Eine gute Übersicht über Kletterwände und Boulderhallen findet sich etwa auf Indoorclimbing und auf der Seite des Österreichischen Alpenvereins. Aber nicht nur künstliche Felswände, auch Hochseilgärten wurden mittlerweile ins Warme verlegt. Für 20 Euro Eintritt können zum Beispiel im Hochseilpark in Zell am See fünf Parcours in zwölf Meter Höhe bewältigt werden. Der größte Hochseilgarten Europas befindet sich übrigens in Berlin. Im BergWerk führen zehn verschiedene Klettertouren von schwindelerregenden 20 Metern Höhe bis hinab in dunkle Höhlen.

Kletterer in der Halle

jugendclub.at

Boulder- und Kletterhalle im Jugendclub Kitzsteinhorn in Zell am See

Freier Fall nur wenige Meter über dem Boden

Den Adrenalinkick eines Fallschirmsprunges, und das nur wenige Meter über dem Boden? Beim Skydiving schwebt man auf einem 280 Stundenkilometer schnellen Luftstrom und trainiert den freien Fall ganz ohne Absprung. Das Schweizer Body Flying bietet Anfängerflüge mit Trainer (zehn Minuten) für 200 Schweizer Franken. Billiger kommen Einsteiger im Indoor-Skydiving im deutschen Bottrop zu ihrem Vergnügen: Zwei „Flüge“ (von je rund zwei Minuten) kosten circa 50 Euro. Angehende Skydiver in Österreich müssen sich gedulden. Im Wiener Prater entsteht derzeit ein Windkanal, der im Frühjahr 2014 eröffnen soll.

1. „Dirthangar“ für Mountainbiker

Ein anständiger Indoor-Trial für Mountainbiker hat bisher auf sich warten lassen. Doch nun ist es so weit: in Wiener Neustadt hat wenige Tage vor Weihnachten der 1. Indoor Dirthalle für Mountainbike und BMX-Fahrer eröffnet. Aus 500 Kubikmeter Erde wurde ein 150 Meter langer Rundkurs für Amateure gebaut, zudem gibt es eine Dirtline für Fortgeschrittene und Profis mit drei Holzabsprüngen aus verschiedenen Höhen. Aber nicht nur in der Halle, auch tief unter der Erde wird unabhängig von Eis und Schnee geradelt.

Nahe dem Kärntner Klopeiner See kann man 2.000 Meter unter Tage ein stillgelegtes Bergwerk befahren. Mit Grubenlampen geht es bei zehn Grad und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit durch enge Stollen und über glatte Felsen. Von dem 800 Kilometer langen, verästelten Tunnelsystem wurden sieben Kilometer für Radfahrer freigegeben - trotz der vergleichsweise kurzen Distanz sollte man wegen der extremen Bedingungen und der spannenden Ausblicke rund zwei Stunden einplanen.

Radfahrer im Bergwerksstollen

stollenbiken.at

Mit dem Rad durch Bergwerkstollen zwischen Kärnten und Slowenien

Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann auch in Deutschland Bergwerke radelnd erkunden. Im Bundesland Thüringen bieten die Bergwerke Merkers und Sondershausen Radtouren rund 800 Meter unter der Erde an. In den ehemaligen Kalibergwerken herrschen völlig andere Klimabedingungen: Bei angenehmen Temperaturen um die 25 Grad, aber einer Luftfeuchtigkeit von nur 20 Prozent geht es bis zu drei Stunden lang durch dunkle Stollen. Eine Herausforderung selbst für geübte Radler.

20 Runden laufend durch die Messehalle

Lauftraining ist auch im Winter möglich - doch Wettkämpfe starten in unseren Breiten erst wieder im Frühjahr. Ausnahme ist der Wiener Indoor-Marathon, der nach einigen Anlaufschwierigkeiten am 15. Dezember bereits zum zweiten Mal stattfand, geht es 20 Runden durch die Hallen der Messe Wien. Eine Herausforderung ist auch der Ecco Indoor Trail, der am 14. März in den Dortmunder Westfalenhallen stattfindet. Auf einem künstlich aufgebauten Naturtrail geht es auf einer 1,2 Kilometer langen Runde durch drei Hallen und über drei Etagen.

Teilnehmer laufen im Rahmen des Indoor-Marathons in der Halle der Messe Wien

APA/Herbert P. Oczert

Läufer beim Wiener Indoor-Marathon im Dezember in der Wiener Messehalle

Golfen in der Box

Golfer können mittlerweile in einer ganze Reihe von Indoor-Golfanlagen ihren Abschlag und ihr Handicap auch im Winter verbessern. Der Spieler nimmt in einer Box Aufstellung, auf eine Leinwand werden verschiedene Plätze projiziert, gespielt wird mit normalen Schlägern. Die Flugbahn des geschlagenen Balles wird von Hochgeschwindigkeitskameras erfasst und auf der Leinwand abgebildet. Indoor-Golf ist nicht geeignet, um mit dem Sport anzufangen, doch für Fortgeschrittene ist es eine kurzweilige Möglichkeit, bis zum Frühjahr fit zu bleiben. Eine Stunde kostet zwischen 14 und 26 Euro.

Ball, Sand und warme Füße

Alles ist etwas kleiner: das Feld, die Tore und die Mannschaft. Dafür geht es beim Hallenfußball ungleich rasanter zur Sache. Das Spielfeld ist von einer Bande umgeben, die einerseits den Ball in Schach hält, andererseits neue Zuspielvarianten eröffnet. Die ÖFB Futsal Liga läuft noch bis Ende Jänner. Auch auf die Beachvariante muss im Winter nicht verzichtet werden. Beachsoccer- und Beachvolleyballplätze gibt es mittlerweile in vielen Bundesländern, die Beachhalle in Klagenfurt hat sogar Fußbodenheizung.

Drachenflüge in der Halle boomen

Zu guter Letzt noch eine Sportart, die sich zum wahren Indoor-Trend entwickelt hat: Indoor-Kiting - also Drachen steigen lassen in geschlossenen Räumen. Dafür wurden ultraleichte Drachen extra für windstille Umgebungen konzipiert. Der Kite wird durch langsames Rückwärtslaufen des Drachenfliegers in der Luft gehalten, und durch Zupfen und Ziehen an den Drachenschnüren werden Figuren geflogen. 2010 schaffte es der damals 18-jährige Connor Doran mit seiner Kite-Show sogar bis ins Semifinale der US-amerikanischen Talentshow America’s Got Talent.

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