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Viele österreichische Filme verloren

Gut 70 Prozent der US-amerikanischen Stummfilme aus den Jahren 1912 bis 1929 gelten als für immer verloren. Doch auch in Österreich dürfte der Großteil des filmischen Erbes aus dieser Zeit verloren sein, laut Experten sogar bis zu 90 Prozent. Mit dem Filmarchiv und dem Filmmuseum widmen sich gleich zwei Institute in intensiver Arbeit der Suche nach den Filmen, ihrer Restaurierung und Archivierung.

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Das Filmarchiv etwa widmet sich auch intensiv der Suche nach heimischen Produktionen, nicht nur aus der Stummfilmära, sondern bis in die Nachkriegszeit hinein. So habe man etwa in zentral- und osteuropäischen Ländern schon viele als verschollen geltende Filme aus der Zwischenkriegszeit lokalisieren können.

Immer wieder Sensationsfunde

Im Rahmen der Suche werden Nachlässe akribisch aufgearbeitet, bereits mehrfach wurden aufsehenerregende Funde gemacht. So hat das Filmarchiv etwa vor rund zehn Jahren den ersten serbischen Spielfilm aus dem Jahr 1911 entdeckt. Der damals sehr prominente Film wurde zuletzt 1928 in den USA gezeigt und galt seither als verschollen. Es handelt sich dabei um eine Monumentalproduktion aus dem Jahre 1911 über Karadjordje, den Begründer der serbischen Königsdynastie und Anführer des ersten Serbenaufstandes gegen die Türken im Jahre 1804.

Für Aleksandar Erdeljanovic, den Leiter des Archivs der Jugoslawischen Kinemathek, der den Film mit Hilfe seiner österreichischer Berufskollegen identifiziert hatte, ist der Fund „von unschätzbarem Wert“, wie es in der Tageszeitung „Glas javnosti“ damals hieß.

Die Filmkiste unter dem Blattgoldstaub

Auch an unerwarteten Orten wurden schon teils spektakuläre Entdeckungen gemacht, etwa der Fund des Stummfilmklassikers „Variete“ in einem Abbruchhaus oder der „Goldstaubfund“, der 1985 ins Filmarchiv kam: Bei Räumungsarbeiten in einer Mödlinger Kranzschleifendruckerei wurde in einer Kiste unter Blattgoldstaub eine große Anzahl kurzer originaler Nitrofilme gefunden.

Darunter waren über fünfzig Pathe-Filme der Jahre 1901 bis 1908 sowie Filme aus Deutschland, Italien, Großbritannien, den USA und Österreich aus 1905 bis vor Beginn des Ersten Weltkriegs. Das wertvolle Material, unter dem sich auch handkolorierte Streifen befinden, soll zumindest teilweise aus den Beständen des Wiener Wanderkinounternehmers Karl Juhasz stammen.

Aufwendige Restaurierung in Wien

Weil die Filme aus der Zeit vor 1950 auf leicht brennbarem und chemisch instabilem Nitromaterial (Zelluloidfilm) gedreht wurden, ist auch die Aufbewahrung der erhaltenen Stummfilme sehr aufwendig. Sowohl Filmarchiv als auch Filmmuseum widmen sich der Restaurierung und Sicherung der Werke.

Ging man in den 1970er und 1980er Jahren noch davon aus, dass die Filmrollen spätestens Anfang der 2000er Jahre buchstäblich zu Staub zerfallen würden, hat sich mittlerweile herausgestellt, dass unter optimalen Lagerbedingungen in klimatisierten Räumen durchaus eine längere Lebensdauer möglich ist.

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