OPCW: Keine C-Waffen-Produktion mehr in Syrien
Die Produktionsstätten für Chemiewaffen in Syrien sind ausnahmslos funktionsuntüchtig gemacht worden. Das war vonseiten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag heute zu erfahren. Der UNO-Sicherheitsrat hatte sich im September mit Syriens Führung auf eine Zerstörung aller Chemiewaffen geeinigt - die Stilllegung der Produktionsstätten ist dabei die erste wichtige Etappe.
Hunderte Zivilisten verhaftet
Nach Angaben von Menschenrechtlern verhaftete das syrische Regime mehrere hundert Männer, die vor zwei Tagen einen belagerten Vorort von Damaskus verlassen durften. Der Luftwaffengeheimdienst habe die Zivilisten zu einem Militärflughafen gebracht, teilte das syrische Netzwerk zur Verteidigung der Menschenrechte heute mit.
Rund 20 von ihnen seien verletzt und brauchten sofort ärztliche Hilfe. Das Netzwerk warf dem Regime einen extremen Menschenrechtsverstoß vor. Es sei zu befürchten, dass die Gefangenen gefoltert würden.
Unterschiedliche Angaben gab es über die Zahl der Verhafteten. Die Menschenrechtler bezifferten sie auf rund 600. Anhänger des Regimes sprachen auf ihrer Facebook-Seite von 800 Männern. Dort hieß es, einige von ihnen hätten zugegeben, mit Waffen gegen die syrische Armee gekämpft zu haben. Die Unschuldigen seien wieder freigelassen worden.
Genfer Syrien-Konferenz weiter ungewiss
Nach dem jüngsten Treffen des UNO-Syrien-Vermittlers Lakhdar Brahimi mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad erscheint die Ende November geplante Friedenskonferenz in Genf weiterhin ungewiss.
„Weder die Syrer noch die Opposition haben irgendetwas Neues für Genf-2 auf den Tisch gelegt“, so ein westlicher Diplomat in Beirut. „Die Voraussetzungen für die Abhaltung einer solchen Konferenz sind immer noch nicht gegeben“, fügte er hinzu.