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Tiere durch Rechtslage geschützt

Eine tödliche Hundeattacke auf ein Kleinkind treibt Menschen in Rumänien auf die Straße. Aufgebrachte Bürger wollten am Freitag in Bukarest für sofortige Maßnahmen gegen die streunenden Tiere demonstrieren, die zu Zehntausenden die Hauptstadt unsicher machen.

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Aufgerufen zu der Kundgebung haben mehrere Internetforen sowie die Mutter des vierjährigen Ionut, der am Montag von einem Hund getötet worden war. Zuvor hatte bereits Präsident Traian Basescu an die Regierung appelliert, rasch ein Gesetz zu verabschieden, das die Tötung Tausender streunender Hunde in Bukarest erlaubt. „Menschen stehen über Tieren“, hatte Basescu am Dienstag in einer im TV übertragenen Rede betont. Als früherer Bürgermeister von Bukarest verstehe er die Probleme der Tausenden streunenden Hunde.

Adoptieren oder einschläfern

Der vierjährige Bub war nach der Attacke durch einen Hund gestorben. Laut Behördenangaben wurden allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres rund 1.100 Menschen von Hunden gebissen. Basescu sagte, er habe drei streunende Hunde adoptiert, und rief dazu auf, dass Tierliebhaber es ihm nachtun sollten. Alle anderen streunenden Hunde aber müssten eingeschläfert werden.

Der kleine Ionut war zusammen mit seinem sechsjährigen Bruder in der Nähe eines Parks in Bukarest von einem Rudel Hunde angegriffen worden. Der Bruder kam leicht verletzt davon. Ionuts Mutter beklagte auf ihrer Facebook-Seite, dass der in der Verfassung garantierte Schutz des Lebens in Rumänien wegen der Toleranz gegenüber Straßenhunden nicht gewährleistet sei.

Teil von Machtkampf?

Seit dem gescheiterten Versuch der regierenden Sozialdemokratischen Partei von Regierungschef Viktor Ponta im Vorjahr, Präsident Traian Basescu des Amtes zu erheben, dauert der Machtkampf zwischen den beiden politischen Exponenten an.

Regierung kippte Gesetz

Der Protest richtet sich auch gegen die Rechtslage, die Straßenhunde schützt. Anfang 2012 hatte das Verfassungsgericht ein Gesetz gekippt, dem zufolge herrenlose Hunde eingeschläfert werden dürfen, falls die Bürger dem bei einem Referendum zustimmen. Geklagt hatten die jetzt in Rumänien regierenden Liberalen und Sozialisten auf Druck von Tierschützern. Nach derzeitigem Stand dürfen die Streunerhunde nur getötet werden, falls sie nachweislich aggressiv oder unheilbar krank sind.

Der rumänische TV-Sender Antena 3 attestierte den Bukarestern in einem Bericht im März dieses Jahres, selbst mitschuldig an dem Problem zu sein. Laut dem TV-Sender gibt es viele Bukarester, die die streunenden Hunde immer wieder füttern würden: „Die Schuldigen sind die, die Hunde lieben, aber nur halb. Sie nehmen sie nicht in ihre Wohnung mit, aber sie geben ihnen rund um ihren Wohnblock Unterschlupf. Sie jagen sogar die Angestellten der Stadt weg, die versuchen, die Tiere in Tierheime zu bringen.“

Falsch verstandene Tierliebe?

Viele würden die Hunde füttern, sie vor Hundefängern in Schutz nehmen - sich aber zugleich über die steigende Zahl streunender Hunde beschweren, so Antena 3. Teils wurden von Bewohnern auch Käfige für Hunde bei ihren Wohnblocks aufgestellt. „Ich sammle Futter und gebe es ihnen. Es sind nicht meine Hunde, sie leben hier im Park. Sie tun mir leid. Es kümmert mich, dass es so viele sind - aber das ist das Problem der Behörden“, zitierte der Sender einen Bukarester. Viele Bewohner glaubten, dass sie mit dem Füttern den streunenden Hunden helfen würden, doch das Gegenteil sei der Fall, so rumänische Experten.

2006 war ein japanischer Tourist von einem streunenden Hund getötet worden. Vor zwei Jahren starb eine Frau, als sie von einem Rudel Hunde im Hof eines Spitals attackiert wurde. Tierschutzorganisationen wie Animal Care setzen sich statt der Tötung für die Kastration der Tiere ein. Auf diese Art und Weise werden jährlich Tausende herrenlose Hunde und Katzen behandelt.

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