Hoffen auf Wetterwechsel
Die Waldbrände in der Nähe des berühmten Yosemite-Nationalparks im US-Bundesstaat Kalifornien bedrohen die Versorgung der etwa 300 Kilometer entfernt liegenden Metropole San Francisco mit Strom und Wasser. Zwei Kraftwerke, aus denen die Stadt Strom bezieht, seien beschädigt worden, teilte der zuständige Energieversorger mit.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Bisher habe es noch keinen Engpass gegeben, es würden aber Vorkehrungen für diesen Fall getroffen. Unter anderem stünden Wasserreserven zur Verfügung. Das Feuer hatte sich am Wochenende rasant ausgebreitet und bedrohte zwischenzeitlich rund 4.500 Häuser. Mehr als 2.800 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Bis Sonntag wurden knapp 55.000 Hektar Land zerstört.

APA/EPA/Noah Berger
Die Flammen fressen sich durch die trockene Vegetation
Der auf einer Gesamtfläche von über 500 Quadratkilometern lodernde Waldbrand war vor einer Woche im Stanislaus National Forest aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen. Begünstigt wurde das Feuer durch extreme Trockenheit und starke Winde.
85 Prozent des Wassers aus Yosemite
Das Feuer war am Sonntag nur noch gut drei Kilometer vom Hetch-Hetchy-Wasserreservoir entfernt, aus dem 85 Prozent der Wasserversorgung von San Francisco stammen. Am Samstag war das Feuer noch sechseinhalb Kilometer vom Reservoir entfernt gewesen. Bisher wurde laut Behörden das Wasser nicht durch Asche verunreinigt. In der Nähe des Reservoirs wurden mittlerweile zusätzliche Feuerwehrmannschaften postiert, um das Feuer abzuwehren.
Wind beschleunigt Waldbrand
Wetterexperten rechneten damit, dass der Wind am späten Sonntag (Ortszeit) und am Montag zusätzlich auffrischt und damit die Ausbreitung der Flammen beschleunigt. Man gehe davon aus, dass sich das Feuer angesichts „extrem trockenen Brennstoffs und unwegsamen Geländes“ weiter ausbreite, sagte Meteorologe Drew Peterson der „Los Angeles Times“ (Sonntag). Die größte Herausforderung sei der Wind. „Aber wenn wir das bis Dienstag durchhalten, sieht es so aus, als ob die Bedingungen besser werden“, so Peterson. Unterstützt von Löschflugzeugen und Bulldozern waren nach Angaben des Forstamtes am Wochenende mehr als 2.800 Feuerwehrleute im Einsatz.

APA/EPA/Noah Berger
Asche könnte San Franciscos Wasser verunreinigen
Der Flächenbrand hatte am Freitag die nordwestlichen Ausläufer des beliebten Yosemite-Nationalparks erreicht, nachdem er am 17. August aus bisher ungeklärter Ursache im Stanislaus National Forest westlich des Yosemite-Parks ausgebrochen war. Förster versuchten, besonders die Bäume des Parks zu schützen, die nach Angaben der Zeitung zu den ältesten und größten Lebewesen der Erde gehören.
Mehrere Mammutbäume bedroht
Bis Sonntag hatten die Flammen allein im Yosemite-Park fast 5.000 Hektar Fläche erfasst. „Es besteht keine unmittelbare Gefahr durch das Feuer, aber die Rauchentwicklung ist so stark, dass mehrere Gebiete evakuiert wurden“, sagte der Sprecher des Nationalparks, Tom Medema. Derzeit gibt es aber keine Pläne, den gesamten Nationalpark mit seinen zahlreichen Attraktionen zu sperren.

Reuters/Max Whittaker
Rund um die Uhr kämpfen Tausende Feuerwehrleute gegen die Flammen
Das Feuer frisst sich durch Büsche, Eichen, Pinien und bedroht auch einige Mammutbäume. Nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich sind Lake Eleanor, Lake Cherry und die Tuolumne-and-Merced-Mammutbaumgruppen. Das Feuer ist aber noch mehr als 30 Kilometer vom Yosemite Valley, der Hauptattraktion des Parks, entfernt.
Links: