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Begnadeter Komiker

Eddi Arent ist tot. Der Schauspieler und Komiker starb, wie erst jetzt bekanntwurde, Ende Mai in München. Arent sei Anfang der Woche beigesetzt worden, sagte die Bürgermeisterin von Oberschleißheim, Elisabeth Ziegler, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Arent wurde mit Edgar-Wallace-Filmen und Karl-May-Verfilmungen bekannt.

Er hatte sich in den vergangenen Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und unter anderem in einem Seniorenheim in der deutschen Oberpfalz gewohnt. Arent, der mit bürgerlichem Namen Gebhardt Georg Arendt hieß, wurde am 5. Mai 1925 in Danzig, dem heutigen Gdansk in Polen, geboren. Sein Vater war Betriebsleiter in einem Wasserwerk und schickte den Sohn auf ein humanistisches Gymnasium.

Schon kurz nach der Matura wurde er zum Kriegsdienst einberufen. Sein komisches Talent habe er, so die Legende, in der kargen Nachkriegszeit entdeckt: Während Arent vor den Geschäften in langen Schlangen für Lebensmittel anstand, soll er seine Mitwartenden durch allerlei Späße aufgeheitert haben.

Berühmt mit Wallace und May

Dann wagte er erste Schritte auf der Bühne, erst mit dem Kabarett „Der Widerspiegel“, später an der Münchner Kleinkunstbühne „Die Zwiebel“. Berühmt wurde der begabte Komiker mit seinen Auftritten in den Kultkrimis von Edgar Wallace, die von Horst Wendlandt produziert wurden. Arent spielte darin die verschiedensten Rollen, vom Butler über den Polizeifotografen bis hin zum Bösewicht.

Wendlandt war es auch, der ihm zu einer weiteren Paraderolle verhalf: In der Rolle des schrulligen schottischen Lords Castlepool bereiste er in den Karl-May-Verfilmungen an der Seite von Pierre Brice und Lex Barker den Wilden Westen. In drei Filmen durfte er den durchgeknallten Schmetterlingssammler spielen.

Trockener Humor

Arents Kennzeichen war vor allem sein feinsinniger Humor. Mit nahezu unbeweglicher Miene konnte er Witze reißen - und seine Zuschauer Tränen lachen lassen. Das zeigte er auch an der Seite von Harald Juhnke: Ende der 80er Jahre feierten die beiden mit der Sketchserie „Harald und Eddi“ Erfolge.

George Tabori holte ihn 1997 für seinen Film „Mutters Courage“. Die Regisseure drehten gerne mit ihm, nicht zuletzt, weil er uneitel war und sich nicht in den Vordergrund drängte. Stattdessen arbeitete er fleißig und effizient. „Drehe sparend, dreh mit Arent“, so ein geflügeltes Wort unter Filmemachern.

Schauspieler Eddi Arent

APA/dpa/Patrick Seeger

Arent lebte zuletzt sehr zurückgezogen und litt an Demenz

Kein Erfolg als Hotelier

Neben der Schauspielerei war Arent allerdings noch anderweitig tätig. Ab Anfang der 1990er Jahre besaß er mit seiner Frau ein Hotel in Neustadt am Titisee. Zwölf Jahre ging alles gut, bis 2005 die Pleite kam: Arent musste den Neustädter Hof schließen und in die Zwangsversteigerung geben. Ein herber Schlag für das Ehepaar. Arent zog sich zurück, erst recht nach dem Tod seiner Ehefrau, mit der er einige Jahre in einem Seniorenwohnheim in der Oberpfalz gelebt hatte.

Den Wunsch nach Zurückgezogenheit hegte er bis zuletzt. Statt Rampenlicht also das ganz normale Leben, so wie er es sich 1988 in dem Sketch „Robert Redford an der Bar“ mit Harald Juhnke erträumte: „Ich sitze hier als ein ganz normaler Mensch, habe vor mir ein ganz normales Glas und in meinem Hals einen stinknormalen Durst, und den möchte ich jetzt damit löschen. Und ich bin nicht prominent, ich bin kein Künstler und ich möchte endlich meine ganz normale Ruhe haben.“ Arent wurde 88 Jahre alt.

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