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Pegelstände steigen weiter

Teils dramatisch anschwellende Flüsse und Bäche sorgen am Sonntag für Dauereinsatz der Einsatzkräfte. Vor allem Salzburg und Oberösterreich kämpfen mit schwerem Hochwasser, zu ersten Überflutungen kam es aber auch in Niederösterreich. Im Salzburger Pongau forderte ein Murenabgang ein Todesopfer. In Salzburg und Vorarlberg werden derzeit drei Menschen vermisst.

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Ein Murenabgang hatte gegen 12.00 Uhr in St. Johann im Pongau drei Arbeiter im Ortsteil Einöden überrascht, sie waren gerade mit Aufräumarbeiten beschäftigt. „Einer der Männer war vorerst vermisst worden. Er konnte knapp vor 13.00 Uhr leider nur mehr tot geborgen werden“, sagte Polizeisprecher Anton Schentz zur APA. Laut Bergrettung handelt es sich bei dem Toten um einen 62-jährigen Landwirt. Er war von den Erdmassen vermutlich rund 150 Meter mitgerissen worden. Der Mann dürfte auf der Stelle tot gewesen sein.

Mure in Taxenbach

APA/EXPA/Jürgen Feichter

Verheerender Murenabgang in Taxenbach

Zwei Vermisste im Pinzgau

In Taxenbach im Pinzgau stürzte ein Bauer mit seinem Traktor in einen Bach, als er gerade dabei war, eine Verklausung zu lösen. Er wurde von einem Murenabgang erfasst und mitgerissen und gilt seitdem als vermisst. Zwei Schwestern im Pinzgau stürzten in ihrem Pkw ebenfalls in einen Bach. Beide junge Frauen konnten sich aus dem Auto befreien, eine wurde aber von den Wassermassen mitgerissen.

Teile des Pinzgaus wurden zum Katastrophengebiet erklärt. Auch in der Stadt Salzburg spitzt sich die Lage zu, die Salzach ist bereits über die Ufer getreten. Für die Stadt Hallein im Salzburger Tennengau wurde Zivilschutzalarm ausgelöst. Experten schätzen die Lage als teils dramatisch ein. Die Situation an der Salzach sei bereits schlimmer als 2002 - mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Seit Sonntagmittag rückten in Salzburg auch Soldaten des Bundesheeres für den Katastropheneinsatz aus. Schwerpunkt des Einsatzes ist vorerst der Bereich Taxenbach im Pinzgau - mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Dutzende in Oberndorf evakuiert

In Oberndorf im Salzburger Flachgau mussten wegen der Hochwasser führenden und immer weiter ansteigenden Salzach rund 80 Bewohner evakuiert worden. „Teile des Ortszentrums sind überflutet“, sagte Katastrophenschutzreferent Markus Kurcz. „Eine Zwangsevakuierung von weiteren 80 Personen ist vorbereitet, aber noch nicht eingeleitet worden. Diese Maßnahme hängt von der weiteren Entwicklung an der Salzach ab.“ Auch in anderen Salzburger Landesteilen waren wegen Murenabgängen und Überflutungen punktuelle Evakuierungen notwendig.

Ganzer Ort auch in OÖ evakuiert

Auch in Oberösterreich sind die Feuerwehren im Dauergroßeinsatz. Der Bezirk Gmunden ist am meisten betroffen, die Gemeinde Obertraun komplett von der Außenwelt abgeschnitten. In Steyr sind einige Brücken bereits unpassierbar. In Linz trat die Donau beim Urfahraner Jahrmarktgelände über die Ufer. Im Innviertel musste ein ganzer Ort evakuiert werden: Hunderte Bewohner von Ettenau bei Ostermiething (Bezirk Braunau) im Innviertel verließen ihre Häuser, da die Salzach über die Ufer getreten ist. Eine Frau musste mit dem Hubschrauber aus ihrem Haus gerettet werden - mehr dazu in ooe.ORF.at.

Das Ortsschild von Ettenau ragt aus dem Wasser

Daniel Scharinger

Ettenau wurde evakuiert

Im oberösterreichischen Schärding wird erwartet, dass der Inn in der Nacht auch die Dämme des Hochwasserschutzes übersteigt und Teile der Stadt überflutet. Laut Landesfeuerwehrkommando könnte es gegen Mitternacht so weit sein. Die Lage wird als dramatisch beschrieben. Generell verlagerte sich in Oberösterreich am späten Sonntagnachmittag das Augenmerk der Einsatzkräfte auf die großen Flüsse. Während sich die Lage an den kleineren Gewässer zunehmend stabilisierte, waren die Pegel von Donau, Inn, Traun und Salzach nach wie vor steigend - mehr dazu in ooe.ORF.at

Tiroler Kössen unter Wasser

Der Dauerregen führte in Tirol zu zahlreichen Überschwemmungen, Vermurungen und Evakuierungen. Besonders betroffen ist Kössen im Bezirk Kitzbühel. Große Teile des Ortsgebietes sind bereits überschwemmt. Allein aus der Siedlung Erlau mussten 300 Personen in Sicherheit gebracht werden - mehr dazu in tirol.ORF.at.

Hochwasser in Saalfelden

ORF.at

Saalfelden in Salzburg unter Wasser

Alarm auch in der Steiermark

In der Steiermark stehen 400 Mann der Feuerwehren seit den Morgenstunden im Bezirk Liezen im Hochwassereinsatz. Die Enns und die Traun sind über die Ufer getreten. Betroffen ist auch das Narzissenfest. Auch im Bezirk Murau macht das Hochwasser Probleme - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Suche nach Vermissten in Vorarlberg

Eine großangelegte Suchaktion nach einem Mann war am Nachmittag in Vorarlberg im Gange. Laut Polizei hatte der Mann in der Nacht gegen 3.00 Uhr nach einer Geburtstagsfeier seinen Heimweg entlang des Koblacher Kanals angetreten und gilt seitdem als vermisst - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Die Hochwasserlage in Österreichs westlichsten Bundesland hat sich seit Sonntagvormittag unterdessen wieder deutlich entspannt - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Donau erwartet Pegel wie 2002

Erste Überflutungen wurden unterdessen aus Melk und St. Valentin in Niederösterreich gemeldet, nachdem laut Feuerwehr die Donau bzw. die Enns über die Ufer getreten war. Laut Franz Resperger, Sprecher des Landeskommandos, standen am späten Sonntagnachmittag 150 Feuerwehren mit etwa 2.000 Mann im Einsatz. „Und es werden laufend mehr.“ In Melk mussten laut Resperger 250 bis 300 Menschen evakuiert werden. Für St. Valentin und Aschbach-Markt wurde zudem Zivilschutzalarm ausgelöst.

Eine Entspannung ist derzeit nicht in Sicht: Für die Donau wird die Hochwasserspitze vielmer erst für Dienstagvormittag erwartet, hieß es weiter. Mittlerweile geht man von einem 100-jährlichen Hochwasser aus, die Pegel dürften so hoch wie 2002 werden - mehr dazu in noe.ORF.at.

Die für Wien ausschlaggebende Durchflussmenge der Donau steigt laufend, liegt aber noch weit unter der kritischen Marke von 14.000 Kubikmeter pro Sekunde - mehr dazu in wien.ORF.at.

Krisenstab einberufen

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) rief angesichts der sich weiter zuspitzenden Hochwassersituation den Krisenstab ein. Beteiligt sind neben Mikl-Leitners Ressort das Außenministerium, das Verteidigungsressort, das Umweltministerium und das Bundeskanzleramt.

Mit der Einberufung beauftragt wurde der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler. Eingeladen wurde auch das Bundesfeuerwehrkommando. Es gehe um eine Abstimmung und Koordination der Hilfsmaßnahmen, „wer was tun kann“, so der Sprecher des Innenministerium, Hermann Muhr. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) sicherte bereits zuvor „rasche und unbürokratische“ Hilfe zu.

ÖBB: Fernverkehr über Salzburg eingestellt

Massive Auswirkungen gibt es auch für den Verkehr. Von den ÖBB wurde am Nachmittag der internationale Fernverkehr über Salzburg eingestellt. Das betrifft einerseits die Verbindungen von Wien über Salzburg als auch die Nachtzüge von Graz und Villach nach Zürich, die über den Knotenpunkt geführt worden wären. Wie der Sprecher mitteilte, greift das Hochwasser die Trasse der Westbahn an, weshalb möglicherweise auch die innerösterreichischen Züge zwischen Wien und Salzburg eingestellt werden könnten.

Nach Angaben der Autofahrerklubs gibt es auch zahlreiche Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. Berichtet wurde von über 100 Straßenzustandsmeldungen. Das Deutsche Eck war komplett gesperrt, wie der ÖAMTC per Aussendung mitteilte. Nicht mehr passierbar ist bereits seit der Früh zudem das Kleine Deutsche Eck zwischen Unterjettenberg und Bad Reichenhall. Auch sämtliche regionalen Ausweichstrecken waren nach Informationen des ÖAMTC gesperrt. Zweitweise nur mit Behinderungen befahrbar war zudem die einzige Ausweichmöglichkeit über die deutsche A3 und Passau.

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