Serbien will Kosovo-Einigung nachverhandeln

Serbien wird nicht wie geplant grünes Licht für einen von der EU vermittelten Plan geben, mit dem das Abkommen über die Normalisierung der Beziehungen zum Kosovo umgesetzt werden soll. Stattdessen will die serbische Regierung nachverhandeln. Das kündigte der stellvertretende Regierungschef Aleksandar Vucic heute in Belgrad an.

Demnach müsse erst sichergestellt werden, dass die Kosovo-Serben weiter serbische Personalpapiere besitzen und die serbische Staatsangehörigkeit behalten dürften. Außerdem soll die serbische Universität in Mitrovica weiter ihre bisherigen Stempel nutzen können.

Strikter Zeitplan ausverhandelt

Belgrad hatte versprochen, bis zum Wochenende schriftlich seine Zustimmung zum Umsetzungsabkommen nach Brüssel zu schicken. Das hatte Serbien der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton am Mittwoch in Brüssel zugesagt.

Zuvor hatten sich die Regierungschefs Serbiens und des Kosovo, Ivica Dacic und Hashim Thaci, auf den Plan mit strikten Zeitvorgaben geeinigt. Damit sollen die Kosovo-Serben Autonomie erhalten, sie müssen sich im Gegenzug aber in den Kosovo-Staatsverband integrieren. Das lehnen sie strikt ab. Die Kosovo-Regierung hatte den Plan am Vortag abgesegnet.