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Einstimmig gekürt

Der amtierende Salzburger Gesundheits- und Soziallandesrat Walter Steidl (55) ist am Montagabend von SPÖ-Parteipräsidium und dem Landesparteivorstand einstimmig zum neuen Chef der Salzburger Sozialdemokraten gekürt worden. Er soll als Nachfolger von Gabi Burgstaller die Partei als geschäftsführender Parteivorsitzender aus der Krise führen.

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Die Landeshauptfrau hatte nach dem Wahldebakel am Sonntag ihren Rückzug von der Parteispitze angekündigt. Die formelle Bestellung Steidls wird auf einem Parteitag voraussichtlich im Herbst fallen.

Koalition nicht nur mit ÖVP?

Steidl bekundete schon vor der Sitzung des Parteipräsidiums sein Interesse an einer möglichen Koalitionsbeteiligung. „Natürlich ist eine Regierungsbeteiligung für die Sozialdemokraten der erste Zugang. Regieren um jeden Preis kann aber nicht das Ziel sein.“ Wie auch von Burgstaller angedacht, würde auch er eine Regierung der konstruktiven Kräfte favorisieren: „Da sind dann nicht nur zwei Partner dabei.“

Er wolle dabei keine Fraktion ausschließen, alle fünf Parteien kämen infrage. Also auch eine Regierungsbeteiligung der Grünen in einer möglichen Dreierkoalition. Die Variante Schwarz-Rot-Grün schloss der wohl künftige Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) allerdings mehrmals aus.

Opposition nur "zweitbester Weg

Der Empfehlung von SPÖ-Bundesparteigeschäftsführer Norbert Darabos, er würde den Salzburger Sozialdemokraten nicht raten, mit aller Gewalt eine Regierungsbeteiligung anzustreben, sondern sich vielleicht aus der Opposition heraus zu regenerieren, kann Steidl nur bedingt etwas abgewinnen. „Opposition ist für jede gestaltende politische Kraft nur der zweitbeste Weg. Damit ist alles gesagt. Wenn eine Einladung kommt, Regierungsverantwortung zu übernehmen, soll das meine Partei annehmen. Das ist meine Empfehlung.“

Die SPÖ nominierte im Landesparteipräsidium und im Landesparteivorstand auch das Team für die anstehenden Regierungsverhandlungen. Neben Steidl werden SPÖ-Klubvorsitzender Roland Meisl und Astrid Lamprechter, Geschäftsführerin der Geschützten Werkstätten, nominiert. Lamprechter war von Burgstaller als Kandidatin für das Finanzressort vorgesehen gewesen, sollte die SPÖ wieder einer Regierung angehören. Wie Steidl in einer Aussendung kurz betonte, werde das Team um weitere Persönlichkeiten aus dem Umfeld der SPÖ verstärkt, sollte es zu konkreten Detailverhandlungen kommen.

Steile Politkarriere

Steidl steht jedenfalls vor schwierigen Aufgaben: Er soll als Nachfolger der charismatischen Burgstaller die Partei aus der Krise führen. Es gilt, das Vertrauen der Bürger wieder zu gewinnen oder – mehr noch – das jener SPÖ-Anhänger, die am Wahlsonntag in Scharen zu Hause geblieben sind.

Walter Steidl (SPÖ Salzburg)

APA/Barbara Gindl

Burgstaller bezeichnete Steidl schon vor Monaten als „Signal für die Zukunft“

Die Kür zum Parteichef ist vorerst der letzte Schritt einer beeindruckenden Karriere. Der gebürtige Saalfeldener Steidl ist Gewerkschafter von der Pike auf. Mit 19 Jahren war der gelernte Elektroinstallateur erster Betriebsrat im Unternehmen seines damaligen Arbeitgebers. 1978 wurde er zum Jugendsekretär des ÖGB Salzburg bestellt. Steidl zog vom Pinzgau in die Landeshauptstadt und machte in der Gewerkschaft Karriere, 2003 wurde er Regional-Geschäftsführer - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Komplimente von der ÖVP

Seit 1999 sitzt Steidl für die SPÖ im Landtag. Von 2007 bis 2009 war er Klubobmann – eine Funktion, die er später aus privaten Gründen wieder zurücklegte. Als die Salzburger Gesundheits- und Soziallandesrätin Cornelia Schmidjell im vergangenen Herbst nach nur einem Jahr im Amt wegen einer Erkrankung abtrat, wurde Steidl am 3. Oktober 2012 als Nachfolger bestellt. Er arbeitete sich rasch ein und trieb zuletzt zügig Reformen voran, etwa die Einführung einer flächendeckenden psychosozialen Versorgung im Bundesland Salzburg.

Vor wenigen Monaten folgte der nächste Karrieresprung, wenn auch nicht geplant. Nach dem Rücktritt von David Brenner (SPÖ) im Zuge des Finanzskandals wurde Steidl zum Landeshauptmann-Stellvertreter gekürt. Respekt zollt ihm auch die politische Konkurrenz - insbesondere der mögliche künftige Koalitionspartner: Steidl gilt als zielorientiert, interessiert, pragmatisch und korrekt – und als Mann, der seiner politischen Linie treu bleibt. „Man weiß, wie man dran ist“, meint etwa der Halleiner Bürgermeister Christian Stöckl (ÖVP). „Er ist keiner, der einmal so und einmal so sagt.“ Auch der designierte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) bezeichnet den neuen SPÖ-Chef als „aufrechten Sozialdemokraten“.

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