Mehr als 20 Tote bei Anschlägen vor Wahlen im Irak

Wenige Tage vor den Kommunalwahlen im Irak sind bei einer Serie von Anschlägen mindestens 20 Menschen getötet und 200 verletzt worden. Betroffen waren heute unter anderem der internationale Flughafen von Bagdad, wie die Polizei mitteilte. Dort seien am Eingang „im Abstand von Sekunden“ zwei Autobomben explodiert. Zwei Anreisende seien ums Leben gekommen.

In Tus Churmato 170 Kilometer nördlich der Hauptstadt wurden Polizeistreifen Opfer von vier Bomben. Dort starben den Angaben zufolge fünf Menschen, 67 wurden verletzt. In der nördlichen Provinz Salaheddin sprengte sich ein Selbstmordattentäter an einer Straßensperre der Polizei in die Luft.

Wahlen als Test für Premier Maliki

Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand. Sunnitische Gruppen wie die Al-Kaida-Tochter Islamischer Staat des Irak haben eine Kampagne gegen Schiiten ausgerufen mit dem Ziel, das Land zu destabilisieren.

In zwölf der insgesamt 18 Provinzen werden am Wochenende neue Provinzräte gewählt. Die Abstimmung gilt vor der Parlamentswahl im kommenden Jahr als Test, ob sich die schiitisch dominierte Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki gegen Rivalen aus beiden Religionsgruppen durchsetzen kann.