129 Personen im Umfeld der Terrorzelle
Das Netzwerk der rechtsextremen deutschen Terrorzelle NSU war möglicherweise größer als bisher angenommen. Demnach gehörten 129 Personen aus der rechtsextremen Szene zum engeren und weiteren Umfeld des Neonazi-Trios, dem zehn Morde an Migranten und einer deutschen Polizistin angelastet werden, wie die „Bild am Sonntag“ berichtete.
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Die 129 Namen stünden auf einer geheimen Liste der Sicherheitsbehörden, die dem NSU-Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestags nun zugegangen sei. Der Ausschussvorsitzende Sebastian Edathy (SPD) sagte der Zeitung: „Die neue Zahl ist erschreckend hoch. Jetzt muss schnell geklärt werden, ob es darunter Mitwisser der NSU-Verbrechen und weitere V-Leute gab.“
Als harter Kern der Untergrundgruppe gelten dem Zeitungsbericht zufolge die vier Angeklagten, die neben dem mutmaßlichen NSU-Mitglied Beate Zschäpe ab dem 17. April vor Gericht stehen, sowie knapp ein Dutzend weiterer Beschuldigter, gegen die noch ermittelt wird. Dazu kämen zahlreiche Helfer und Helfershelfer, die direkt oder indirekt Kontakt mit der mutmaßlichen Neonazi-Zelle gehabt hätten, der sie unter anderem Geld, falsche Papiere und Waffen beschaffen sollten.
Imme mehr rechte Straftaten
Politisch rechts motivierte Straf- und Gewalttaten verzeichneten im vergangenen Jahr in Deutschland eine steigende Tendenz. Laut vorläufigen Zahlen zeichnet sich bei den rechten Straftaten ein Anstieg um etwa vier Prozent auf rund 17.600 ab, wie der deutsche Innenminister Peter Friedrich (CDU) dem „Tagesspiegel am Sonntag“ sagte. Bei den rechtsextremen Gewaltdelikten gebe es einen Anstieg um rund zwei Prozent. Friedrich kündigte zugleich an, er wolle mit den Ländern noch einmal über die Erfassung rechtsextremer Gewalttaten sprechen. Hintergrund sind teilweise unterschiedliche Zahlenangaben.
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