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„Irrsinnige Schwierigkeiten“ in Salzburg

Im Streit über die Finanzen der Salzburger Festspiele setzt sich Intendant Alexander Pereira (65) zur Wehr. „Ich habe es nicht verdient, dass man mit mir so umgeht“, sagte Pereira der Tageszeitung „Kurier“ (Freitag-Ausgabe). Zuvor hatte Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) eine Vertragsverlängerung über 2016 hinaus ausgeschlossen.

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Auslöser der Querelen zwischen Pereira und dem Kuratorium war das Budget der Festspiele. Das Kuratorium, dem auch Schaden angehört, forderte Pereira auf, eine Überschreitung des Budgets in diesem Jahr mit Sponsorengeldern und höheren Kartenerlösen selbst zu finanzieren. 2014 sollen Programmkürzungen vorgenommen werden, was Pereira nicht zulassen will. „Ich stehe nicht zur Verfügung, den weltweiten Ruf der Festspiele zu ruinieren“, sagte Pereira dem „Kurier“.

Man haben ihn seitens der Mailänder Scala angesprochen, so der Intendant, der das Festival seit 2012 leitet. Ein möglicher Wechsel sei derzeit „reine Spekulation“, allerdings sei man „in Salzburg schon beleidigt, dass ich es überhaupt wage, mit Mailand zu reden“. Er würde nie darüber nachdenken, wenn er nicht „irrsinnige Schwierigkeiten“ in Salzburg hätte, sagte Pereira gegenüber dem „Kurier“ weiter. „Ich habe es nicht verdient, dass man mit mir so umgeht.“

Noch „kein Intendant in Salzburg glücklich geworden“

Es sei allerdings nach Herbert von Karajan kein Intendant in Salzburg glücklich geworden, sagte der ehemalige Chef des Züricher Opernhauses und bohrte in alten Wunden der Festspiele: „Man muss sich fragen, ob das nicht am System liegt.“ Er habe das Thema Mailand in der jüngsten Kuratoriumssitzung angeschnitten, denn „ich wollte herausfinden, ob das Kuratorium beleidigt ist, wenn ich mit der Scala verhandle. Jedenfalls möchte ich es vermeiden, zwischen zwei Stühlen zu sitzen“, so Pereira in der „Presse“ (Freitag-Ausgabe). „Wer wird sich der Scala verweigern? Ich bin den Salzburgern verpflichtet, aber nur, wenn das Kuratorium mit mir an einem Strang zieht.“

„Das Ganze ist ein Moloch“

Dass man „für 2013 schon 17 Mio. Euro gesammelt“ habe, „beeindruckt die Kuratoren überhaupt nicht. 17 Mio. sind mehr, als wir an Subvention bekommen. Das sind nämlich nur 13,5. Das Ganze ist ein Moloch, in den immer mehr Geld fließt“, so Pereira im „Kurier“.

Er werde für 2014 „einen kreativen Vorschlag machen, der möglicherweise das Kuratorium überzeugt, ohne etwas zu streichen“. Sein Ziel sei es aber nach wie vor, „meine Aufgabe bis 2016 zu erfüllen. (...) Es könnte sein, dass wir uns total auseinanderleben. Wenn sich kein ausgeglichenes Ergebnis ausgeht, muss ich konsequent handeln. Das heißt, nun sind auch die Subventionsgeber aufgerufen, die geforderten Tariflohnerhöhungen zu erfüllen.“

Denn, so der Intendant im „Presse“-Interview: „Ob ich hier Intendant bin oder nicht: Die Festspiele werden auf jeden Fall mehr Geld brauchen. Es ist unmöglich auf die Dauer, die Gehaltserhöhungen aus einem eingefrorenen Budget zu finanzieren. Ich begreife nicht, dass das niemand versteht.“

Rücktrittsdrohung schon vor erster Saison

Dass er das Festival zu seinen Bedingungen leiten und sich nicht durch das Kuratorium in seiner Programmierung behindern lassen wolle, hatte Pereira schon im Vorjahr deutlich gemacht. Kurz vor Start seiner ersten Salzburg-Saison drohte er mit einem Rücktritt. Bürgermeister Schaden fühlte sich schon damals erpresst, Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) rügte den durch die Presse polternden Pereira - sie „habe es nicht so gerne, wenn man gleich mit Rücktritt wachelt“.

Der Intendant schmollte öffentlich, gab aber schließlich klein bei. „Da sind mir ein wenig die Pferde durchgegangen. Wir haben uns im Kuratorium hinter den Kulissen inzwischen angenähert, der Donner sollte vorbei sein.“ Nun ist der Friede, der während des Festivals zumindest oberflächlich zu herrschen schien, wieder vorbei, die Rücktrittsdrohung klingt - vor allem mit dem möglichen Abgang nach Mailand - ernster gemeint, umso mehr, als dort der Intendantenposten mit dem Wechsel von Stephane Lissner an die Pariser Oper vakant wird und der ab 2015 amtierende Nachfolger bereits heuer ernannt werden soll.

Spekulationen über potenzielle Nachfolger

Auch Wunschkandidaten des Kuratoriums für die Pereira-Nachfolge geistern schon durch die Medien, etwa Schauspieldirektor Sven-Eric Bechtolf und Markus Hinterhäuser. Auch Dirigent Franz Welser-Möst sei im Gespräch, so die „Presse“. Letzterer hatte sich gerade erst mit Pereira versöhnt, nachdem man sich über Dispositionsmissverständnisse derart in die Haare geriet, dass Welser-Möst den geplanten Mozart-Da-Ponte-Zyklus absagte - und beide beteuerten: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“

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