Regime will Rebellen wieder vertreiben
In Syrien gehen die blutigen Kämpfe unaufhörlich weiter. Einen Tag nach der Einnahme durch Rebellen bombardierten die Streitkräfte Oppositionellen zufolge die Provinzhauptstadt Rakka im Norden des Landes.
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Das Ziel der Kampfflugzeuge sei das Stadtzentrum gewesen, sagte ein Bewohner am Dienstag. Er habe 60 Raketen gezählt. Krankenhäuser hätten wegen der Verletzten an die Einwohner appelliert, Blut zu spenden. Bewohner und Oppositionelle hatten am Montag berichtet, dass Rakka von Rebellen eingenommen worden sei. Es wäre die erste wichtige Stadt, die seit dem Beginn des Aufstandes gegen Staatschef Baschar al-Assad in die Hände der Kämpfer gefallen wäre. Die Regierung bezeichnet die Aufständischen als Terroristen.
Auch Schulen bombardiert?
Der Allgemeine Rat für die syrische Revolution meldete Luftangriffe auf zwei Schulen in Rakka, in denen sich Vertriebene aufhielten. Der Sender al-Arabija berichtete, die Armee habe im Umland von Damaskus am Dienstag eine Scud-Rakete in Richtung Nordsyrien abgefeuert. Das Regime soll in den vergangenen zwei Monaten bis zu 90 Scud-Raketen auf Wohngebiete abgeschossen haben, sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu laut der Zeitung „Hürriyet“.
Ein Sprecher des lokalen Revolutionskomitees sagte dem syrischen Nachrichtenportal Saman al-Wasl, die Rebellen bereiteten sich auf eine mögliche Offensive von Truppen vor, die von Homs nach Rakka verlegt würden. Ein Sprecher der Freien Syrischen Armee (FSA) sagte, es werde in Rakka Prozesse gegen gefangene Funktionäre des Regimes geben.
Gespräche mit Obama
Den Rebellen waren nach eigenen Angaben unter anderen Provinzgouverneur Hassan Dschalali und der lokale Sekretär der regierenden Baath-Partei, Suleiman Suleiman, in die Hände gefallen. Das soll auch ein Video zeigen, das von Oppositionellen veröffentlicht wurde. Der Vorsitzende der Nationalen Syrischen Koalition, Muas al-Chatib, soll indes laut dem Nachrichtenportals All4Syria binnen der nächsten zehn Tage zu einem Gespräch mit US-Präsident Barack Obama nach Washington fliegen. Ihn wird den Angaben zufolge General Salim Idriss begleiten, der Generalstabschef der von Deserteuren gegründeten FSA.
Kerry: Viele Länder trainieren Aufständische
Zahlreiche Länder sind nach den Worten von US-Außenminister John Kerry mittlerweile am militärischen Training syrischer Aufständischer beteiligt. „Viele Länder“ bildeten Rebellen, die sich im Kampf gegen die Regierung Assad befinden, aus, sagte Kerry am Mittwoch dem Sender Fox News. Assad müsse diese Zeichen richtig deuten, fügte Kerry, der sich in Katar aufhielt, hinzu. Er machte keine Angaben dazu, welche Länder den Aufständischen helfen noch ob die USA daran beteiligt sind.
Kerry äußerte die Hoffnung, dass Assads Verbündete den syrischen Staatschef dazu bewegen könnten, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und eine „friedliche“ Lösung zu finden. Washington lehnte eine Bewaffnung der syrischen Aufständischen bisher ab. Am Dienstag sagte Kerry indes in Doha, es müsse gewährleistet werden, dass die Waffen, welche die Golfstaaten lieferten, bei den „richtigen Leuten“ und bei der „moderaten“ oppositionellen Nationalen Syrischen Koalition ankämen. Katar gilt als Unterstützer der Oppositionellen in Syrien.
Assad gibt sich weiter siegessicher
Das Regime zeigte sich trotz des Vormarsches der Rebellen siegessicher. Assad sagte laut einem Interview mit einer libanesischen Zeitung, die Opposition „spielt ihre letzte Karte“, und seine Regierung werde „siegreich aus dem Kampf“ hervorgehen.
Das Regime ließ nach eigenen Angaben den deutschen Journalisten Billy Six frei, der für die rechtsnationale deutsche „Junge Freiheit“ aus Syrien berichtete. Der stellvertretende Außenminister Faisal Mekdad habe Six an die russische Botschaft in Damaskus übergeben. Damit sei man einem Wunsch aus Moskau nachgekommen, teilte ein Sprecher des syrischen Außenministeriums am Dienstag mit. Six hatte im vergangenen Jahr mehrere Berichte aus dem Bürgerkriegsland Syrien geschrieben. Das Regime in Damaskus verbietet den meisten ausländischen Journalisten die Arbeit in dem Bürgerkriegsland.
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