Streit in Serbien über Botschafterposten in Wien

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Streit im serbischen Außenministerium gibt es über den Botschafterposten in Wien. Der bisherige Amtsinhaber, der Karrierediplomat Milovan Bozinovic (66), hält seine Abberufung nach gut drei Dienstjahren in Wien für politisch motiviert.

Der Grund soll in seiner Bekanntschaft mit dem vor zehn Jahren ermordeten Reformpremier Zoran Djindjic liegen, berichtete die Tageszeitung „Blic“. Das Ministerium wies das in einer Aussendung zurück.

Bozinovic, der seinen Dienst in Wien diese Woche beendete, studierte mit Djindjic gemeinsam Philosophie. Nach Angaben der Zeitung wurde er auf Vorschlag Djindjics nach dem Ende des Milosevic-Regimes im Jahr 2000 als Botschafter nach Berlin entsandt.

Serbien: „Längst fällige Pensionierung“

Das Außenministerium sprach vom „unbegründeten Zorn“ eines Mannes, der seine längst fällige Pensionierung nicht akzeptieren könne. Dass die Vorwürfe von Bozinovic nicht gänzlich unbegründet sein könnten, darauf deutet allerdings die Feststellung des Ministeriums hin, dass die „parteipolitischen Konstellationen“, die zur Bestellung Bozinovics führten, nicht mehr möglich seien. Heute sind die Sozialisten, die frühere Milosevic-Partei, wieder an der Regierung beteiligt.