US-Firmenchef lästert über Arbeitsmoral der Franzosen
Mit einem Brief an die französische Regierung, in der er sich über die Arbeitsmoral der Franzosen lustig macht, hat ein Firmenboss aus den USA empörte Reaktionen in Frankreich ausgelöst.
Der Chef des US-Reifenunternehmens Titan lehnte in dem Brief eine Übernahme des angeschlagenen Reifenwerkes von Goodyear in Nordfrankreich mit der Begründung ab, die „sogenannten Arbeiter“ in dem Werk würden höchstens „drei Stunden“ pro Tag arbeiten.
Der Brief ging an Frankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg, der Titan gebeten hatte, eine solche Übernahme zu prüfen.
Angeblich nur drei Stunden Arbeit pro Tag
Zu dem Goodyear-Werk im nordfranzösischen Amiens, das von der Schließung bedroht ist, schrieb Titan-Chef Maurice M. Taylor: „Ich habe diese Fabrik mehrfach besucht. Die französischen Arbeitnehmer bekommen hohe Löhne, arbeiten aber nur drei Stunden. Sie haben eine Stunde für ihre Pausen und für ihr Mittagessen, diskutieren drei Stunden lang und arbeiten drei Stunden.“
Er habe das auch den Gewerkschaften gesagt. Die hätten ihm geantwortet: „So ist das in Frankreich.“
Für Gewerkschaften „totale Beleidigung“
Montebourg wollte den Brief, der auf den 8. Februar datiert ist, nicht kommentieren. Die Gewerkschaften machten aus ihrer Empörung hingegen kein Hehl. Als eine „totale Beleidigung“ wies der Vertreter der Gewerkschaft CGT bei Goodyear in Amiens-Nord, Mickael Wamen, die Äußerungen zur Arbeitsmoral in dem Werk zurück.