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Positive Probe bei Diskonter Lidl

In Österreich gibt es den ersten bestätigten Fall von Pferdefleischbeimengung in einem Fertigprodukt. Das Gesundheitsministerium und die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bestätigten am Freitag eine positive Probe. Auf Anordnung des Ministeriums läuft eine bundesländerübergreifende „Aktion scharf“.

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Wie viele Proben noch untersucht werden, lasse sich derzeit noch nicht sagen, hieß es Freitagnachmittag auf Anfrage von ORF.at bei der AGES. Laufend kämen neue hinzu. Die Gesundheitsagentur nimmt die Proben nicht selbst, sondern erhält das Testmaterial von den Lebensmittelaufsichtsbehörden, also etwa den Marktämtern. Die Analysen werden am AGES-Institut in Wien durchgeführt. Kontrolliert wird im Auftrag des Gesundheitsministeriums vorerst bis Ende Februar.

Behörden rechnen mit weiteren Funden

Das Gesundheitsministerium rechnet mit weiteren Funden von nicht deklariertem Pferdefleisch in österreichischen Nahrungsmitteln. Bisher lägen nur erste Ergebnisse von Proben vor. „Wir gehen fast davon aus, dass wir noch fündig werden“, sagte die Leiterin der Abteilung für Ernährungssicherheit im Gesundheitsministerium, Carolin Krejci, am Freitagabend in der ZIB2.

„DNA-Spuren von Pferdefleisch“

Bei der ersten positiven Probe handelt es sich um ein Tortelloni-Fertigprodukt des Lebensmitteldiskonters Lidl Austria. Hergestellt wurden die „Tortelloni Rindfleisch“ vom liechtensteinischen Produzenten Hilcona AG für die Lidl-Eigenmarke Combino. Konkret handelt es sich um die Chargennummer L 13849 mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 11. März 2013. Die Probe war in Hallein (Salzburg) genommen worden - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

„Lidl Österreich informiert, dass bei ‚Combino‘ Tortelloni, Sorte ‚Rindfleisch,‘ 400 g vom internationalen Markenhersteller Gusto/Hilcona bei Qualitätskontrollen der AGES in einer von zwei Proben DNA-Spuren von Pferdefleisch festgestellt wurden“, hieß es am Freitagnachmittag auf der Website der Österreich-Tochter der deutschen Supermarktkette und in einer Aussendung.

Produkt aus dem Regal genommen

Man habe „im Sinne eines vorsorglichen Verbraucherschutzes sofort nach Bekanntwerden der positiven Probe durch die AGES veranlasst, den betroffenen Artikel österreichweit aus dem Verkauf zu nehmen“. Kunden, die das Produkt gekauft haben, könnten dieses in den Lidl-Filialen zurückgegeben. „Der Kaufpreis wird in diesem Fall selbstverständlich auch ohne Kaufbeleg rückerstattet.“ Auch in Deutschland nahm Lidl Tortelloni-Produkte aus den Regalen. Der deutsche Diskonter betreibt in Österreich an die 200, in Deutschland über 3.000 Filialen.

Hand mit einer Packung Tortelloni

APA/Rubra

Tortelloni-Produkt der Lidl-Eigenmarke Combino

Schwerpunktaktion „Fertiggericht mit Rindfleisch“

Das betreffende Produkt sei im Rahmen der Schwerpunktaktion „Fertiggerichte mit Rindfleisch - Untersuchung auf nicht deklarierten Pferdefleischanteil“ untersucht worden, so die AGES. Bis Freitagmittag seien qualitative Analysen von zwei Proben vorgelegen, in der zweiten Probe war keine Pferde-DNA nachweisbar. Die AGES wies in der Aussendung darauf hin, dass damit nicht geklärt sei, wer - Erzeuger, Hersteller, Importeur oder Vertreiber - die Verfälschung verursacht hat.

Die Tests erfolgen laut AGES mit molekularbiologischen Methoden. Dabei wird Erbgut (DNA) aus Lebensmittelproben isoliert, wofür bereits einige wenige Gramm ausreichen. Das Verfahren ist selbst für die Untersuchung von verarbeiteten bzw. stark erhitzen Produkten geeignet, da auch hier in der Regel noch ausreichend lange DNA-Sequenzen vorhanden seien. Diese geben exakte Auskunft darüber, von welchem Tier das untersuchte Fleisch stammt.

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