EU will Meldepflicht für Hackerangriffe

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Die EU-Kommission will wichtige Infrastrukturnetze in der Union besser gegen Hackerattacken schützen. Angesichts der wachsenden Bedrohung plant die Kommission nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters auch, für mehrere Branchen eine Meldepflicht bei größeren Fällen einzuführen.

Auflagen für 44.000 Unternehmen

In einem Strategiepapier der drei zuständigen Kommissare werden demnach neben Banken und Börsen auch die Energie-, Gesundheits- und Verkehrsbranche sowie Internetanbieter und die öffentliche Verwaltung genannt. Die Kommission schätzt, dass die Auflagen für etwa 44.000 Unternehmen gelten.

In den kommenden Monaten soll die Richtlinie von Kommissionsvizepräsidentin Neelie Kroes (Wettbewerb), Cecilia Malmström (Inneres) und EU-Außenbeauftragter Catherine Ashton durchgesetzt werden. Kroes hatte die Initiative im November angekündigt, weil die Selbstregulierung der Wirtschaft angesichts der Bedrohung nicht mehr ausreiche.

Notfall- und Abwehrpläne

Das Ziel sei, Sicherheit für Kommunikations- und Informationsnetze in der ganzen Union zu gewährleisten, heißt es in dem Papier. Die EU-Staaten werden aufgefordert, eine nationale Strategie für den Kampf gegen Cyberkriminalität vorzulegen.

Jede EU-Regierung muss eine zentrale Einrichtung für die Cyberabwehr aufbauen sowie Notfall- und Abwehrpläne erstellen. Auf EU-Ebene sollen Informationen ausgetauscht und gemeinsame Abwehrmaßnahmen koordiniert werden.

Die Angriffe auf die digitalen Netze häufen sich. Neben dem Kurznachrichtendienst Twitter meldeten diese Woche auch die „New York Times“, „Wall Street Journal“ und die „Washington Post“ Hackerangriffe. Während bei Twitter Passwörter und andere Nutzerinformationen gestohlen worden sein könnten, sollen die Medien ausspioniert worden sein.