Rezession „vorübergehend“
Die US-Notenbank Federal Reserve hält wie erwartet an ihrem geldpolitischen Kurs fest. Wie die Fed am Mittwoch nach der ersten Sitzung des für die Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses 2013 in Washington mitteilte, tastet sie den seit Februar 2008 und damit seit fast drei Jahren bei faktisch null Prozent liegenden Leitzins erwartungsgemäß nicht an.
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Auch die massiven Aufkäufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren, die die Notenbank erst im Dezember auf eine monatliche Summe von 85 Mrd. Dollar erhöht hatte, sollen wie erwartet fortgesetzt werden, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gefallen ist.
Aktuell liegt diese bei 7,8 Prozent - noch immer weit über dem jahrelangen durchschnittlichen Niveau von vor der seit mehr als fünf Jahren dauernden Krise. Erst am Nachmittag war bekanntgeworden, dass die Wirtschaft zwischen Boston und Los Angeles im Schlussquartal 2012 völlig überraschend geschrumpft war.
Bernanke spricht von Wachstumspause
Im Begleitkommentar zum Zinsbeschluss erklärte Fed-Chef Ben Bernanke, die Wirtschaftserholung habe in den zurückliegenden Monaten pausiert, allerdings nur vorübergehend: „Das Wachstum der wirtschaftlichen Entwicklung hat eine Pause eingelegt - vor allem wegen des Wetters und anderer vorübergehender Faktoren.“ Ende Oktober war der Hurrikan „Sandy“ über die Ostküste der USA gefegt und hatte vor allem in New York, der Wirtschafts- und Finanzmetropole des Landes, Verwüstungen angerichtet und zu teils wochenlangen Stromausfällen geführt - mit entsprechenden Folgen für Firmen und Haushalte.
An der Wall Street sorgten die Einschätzungen der Fed kaum für Überraschungen. Der Leitindex Dow Jones und der Index der Technologiebörse NASDAQ verharrten in leicht negativem Terrain. Auch am Devisenmarkt tat sich wenig.
Angst vor neuer Immobilienblase
Innerhalb der Fed ist Bernankes Kurs umstritten, da er das Risiko eines Inflationsschubes beinhaltet, der sich entladen könnte, wenn die Wirtschaft wieder Tritt fasst und die Notenbank nicht rechtzeitig gegensteuert.
Zudem können die Milliarden der Fed, die ihre Bilanz auf über drei Billionen Dollar aufgebläht haben, am Immobilienmarkt eine Preisblase aufpumpen, indem sie spekulativen Immo-Ankäufen Vorschub leisten könnten. Das Platzen einer solchen Blase würde die Wirtschaftserholung binnen kürzester Zeit zunichte machen. Andererseits würde ein abruptes Ende der Hilfe per Notenpresse die Kreditzinsen in die Höhe schnellen lassen und die ohnehin schwache Konjunktur abwürgen.
Erstes Treffen des Offenmarktausschusses
Beim ersten offiziellen Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank im neuen Jahr saßen vier neue stimmberechtigte Mitglieder am Tisch: Esther George, die Chefin der regionalen Fed von Kansas City, James Bullard aus St. Louis, Charles Evans aus Chicago und Eric Rosengren aus Boston. Während Evans und Rosengren im Prinzip für die Anleihenkäufe sind, ist George gegen die laxe Geldpolitik von Fed-Chef Bernanke. Bullard, der ebenfalls eher dem Kritikerlager zuzuordnen ist, klang zuletzt überraschend zufrieden mit Bernankes Kurs.
Die Zusammensetzung des Offenmarktausschusses wechselt jedes Jahr. Gesetzt sind neben dem Präsidenten der Fed-Vorstand in Washington und der Chef der Fed von New York. Die US-Notenbank wird dieses Jahr 100 Jahre alt.
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