Französische und malische Truppen vor Timbuktu

Französische und malische Streitkräfte sind Kreisen zufolge gestern bis Timbuktu vorgerückt. Die Soldaten befänden sich an der Stadtgrenze, sagte ein malischer Militärangehöriger der Nachrichtenagentur Reuters. Bisher hätten die Islamisten keine Gegenwehr geleistet. Die von Franzosen angeführte Offensive macht schnelle Fortschritte.

Zuvor nahmen die Truppen Gao ein. Von den drei größeren Städten im Norden, die islamistische Rebellen erobert hatten, kontrollieren sie damit nur noch Kidal. Die USA und Europa unterstützen die von den Vereinten Nationen genehmigte Militäraktion in Mali.

Deutschland stellt Ausrüstung

Neben finanziellen Hilfen schickt Deutschland nun einem „Spiegel“-Bericht zufolge Ausrüstung wie Lastwagen und Uniformen nach Mali. An Waffenlieferungen sei derzeit aber nicht gedacht, da die afrikanischen Soldaten nicht entsprechend ausgebildet seien. Die USA verstärken ebenfalls ihre Unterstützung der französischen Truppen in Mali. Amerikanische Tankflugzeuge werden demnach französische Kampfflieger mit Treibstoff beliefern. Bisher hatte sich das US-Engagement darauf beschränkt, Frankreich mit Geheimdienstinformationen zu versorgen und eine französische Schützenpanzereinheit nach Mali zu fliegen.

Strategie für Timbuktu-Einmarsch

Den Kreisen zufolge erarbeiten die malischen und französischen Truppen derzeit eine Strategie, wie Timbuktu eingenommen werden soll. Dies dürfte sich schwierig gestalten. „Timbuktu ist empfindlich, da kann man nicht einfach so reingehen“, sagte der Insider. Die Stadt ist ein Labyrinth aus antiken Moscheen, Monumenten und Lehmziegelhäusern. Im vergangenen Jahr hatten die Islamisten einen Großteil der zum Weltkulturerbe gehörenden antiken Mausoleen zerstört. Nach Darstellung von Historikern traf das wichtige Stätten, die zur Geschichte des Islam in Afrika gehören. Die Zerstörung löste weltweit Proteste aus.