Französische Panzer nach Mali verlegt

Eine Kolonne von etwa 30 französischen Panzerfahrzeugen und Truppentransportern hat nach Angaben von Zeugen gestern die Grenze von Cote d’Ivoire nach Mali überquert. Ein örtlicher Journalist sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Kolonne habe nach ihrem Aufbruch von Ferkessedougou in Cote d’Ivoire 120 Kilometer in nördlicher Richtung zum Grenzposten Pogo zurückgelegt. Dabei sei sie von einem Hubschrauber eskortiert worden.

Ein Anwohner berichtete per Telefon, bei der Durchfahrt durch Städte und Dörfer hätten große Menschenmengen Applaus für die Militärkolonne gespendet. Frankreich hat in Cote d’Ivoire und im Tschad tausende Soldaten stationiert. Im Golf von Guinea kreuzt überdies ein französisches Kriegsschiff.

UNO-Sicherheitsrat unterstützt Kampfeinsatz

Der französische Kampfeinsatz in Mali wird nach Angaben Frankreichs vom UNO-Sicherheitsrat gutgeheißen. „Alle Mitglieder haben ihre Unterstützung für die französische Position ausgedrückt“, sagte Frankreichs UNO-Botschafter Gerard Araud heute nach einer Sondersitzung des Sicherheitsrats. „Alle haben zudem anerkannt, dass wir uns hundertprozentig auf dem Boden des Völkerrechts bewegen“, sagte Araud. Die Russen hätten gelobt, dass Frankreich genau im Sinne der UNO-Resolutionen handele.

Rebellen drohen mit Vergeltung

Nach tagelangen Luftangriffen Frankreichs auf islamistische Rebellen im Norden Malis drohten diese mit Vergeltung. „Frankreich hat den Islam angegriffen. Wir werden Frankreich ins Herz treffen“, sagte ein Sprecher der Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO), „überall. In Bamako, in Afrika und in Europa.“ Tatsächlich ist der Widerstand der Rebellen offenbar größer als erwartet: Nachdem Paris bereits erste Erfolge gemeldet hatte, musste Verteidigungsminister Le Drian gestern eingestehen, dass es den Extremisten gelungen sei, die Kleinstadt Diabali im Landeszentrum zurückzuerobern.

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