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Zwölf Chancen für Spielbergs „Lincoln“

Gleich sechs Oscar-Chancen für Österreicher: Wie die Academy of Motion Picture Arts and Sciences im Jänner bekanntgegeben hat, geht Michael Hanekes Sterbedrama „Amour“ („Liebe“) in gleich fünf Hauptkategorien in das Rennen um den Filmpreis. Auch Christoph Waltz darf sich nach seinem Oscar im Jahr 2010 erneut Hoffnungen auf die Trophäe machen.

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Hanekes Film „Amour“, der im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens vom ORF kofinanziert wurde, ist sowohl als bester Film als auch als bester nicht englischsprachiger Film im Rennen, der Regisseur selbst ist für die beste Regie und das beste Drehbuch nominiert. Seine Hauptdarstellerin Emmanuelle Riva hat als beste Hauptdarstellerin die Chance, an ihrem 86. Geburtstag als älteste Oscar-Preisträgerin in die Geschichte einzugehen.

Oscar-Moderator Seth MacFarlane irritierte bei der Bekanntgabe der Nominierungen für den Film, indem er sagte: „‚Liebe‘ ist eine deutsch-österreichische Koproduktion. Die letzte war Hitler, aber die hier ist viel besser.“

Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen

AP/Chris Pizzello

Seth MacFarlane and Emma Stone verkündeten die Nominierungen für die Oscars 2013

„Ich freue mich außerordentlich“

Haneke zeigte sich nach der Bekanntgabe der Nominierungen glücklich. „Ich freue mich außerordentlich“, ließ er über den österreichischen Filmproduzenten Veit Heiduschka ausrichten. „Jede Anerkennung bedeutet auch, dass meine Arbeit in Ordnung gewesen ist“, so der in München geborene Österreicher Haneke. Als Regisseur arbeite er oft im „luftleeren Raum“. „Erst das Feedback über Kritik, Zuschauer und Auszeichnungen zeigt, was man getan hat“, sagte der 70-Jährige.

Fast noch überraschter als Haneke selbst zeigten sich internationale Medien. Für das Magazin „Empire Online“ stellt Hanekes Nominierung in der Kategorie Regie die größte Überraschung dar, finde sich der „Arthouse-Gigant“ doch neben etablierten Hollywood-Größen: „Das ist die interessanteste Auswahl seit Jahren.“ Auch die „New York Post“ und die „Huffington Post“ bezeichnen die Nominierungen für Haneke und Benh Zeitlin („Beasts of the Southern Wild“) als überraschend.

Schauspieler Christoph Waltz

APA/EPA/Claudio Onorati

Christoph Waltz könnte bereits zum zweiten Mal als bester Nebendarsteller ausgezeichnet werden

„Lincoln“ führt mit zwölf Nominierungen

Das Historiendrama „Lincoln“ von Regisseur Steven Spielberg ist mit zwölf Nominierungen der Favorit bei den diesjährigen Oscars. „Lincoln“ schildert die entscheidenden Monate vor 150 Jahren, die mitten im Bürgerkrieg zur Befreiung der Sklaven in den USA führten. Daniel Day-Lewis wurde für seine Darstellung des 16. Präsidenten hochgelobt, er kann nun einen Oscar gewinnen. Auch Spielbergs Werk ist als bester Film und für die beste Regie nominiert, zudem noch in neun weiteren Kategorien.

Ähnlich gut liegt nur „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“. Der Film von Ang Lee ist elfmal genannt. Die Tragikomödie „Silver Linings“ von David O. Russell zählt mit acht Nominierungen ebenfalls zu den Favoriten und stellt dabei einen Rekord auf: Der Film ist der erste seit 1981, der in allen vier Schauspielkategorien Chancen auf den Preis hat.

TV-Hinweis

ORF eins überträgt die Oscar-Nacht vom 24. auf den 25. Februar 2013 live und eingebettet in eine durchmoderierte Nacht mit umfangreichem Programmangebot.

Der Politthriller „Argo“ von Ben Affleck und „Les Miserables“ von Tom Hooper folgen mit jeweils sieben Nennungen. Quentin Tarantinos „Django Unchained“ kommt ebenso wie der Bin-Laden-Thriller „Zero Dark Thirty“ von Kathryn Bigelow auf fünf. Mit Tarantinos Western könnte Waltz seinen zweiten Oscar als bester Nebendarsteller gewinnen. Der James-Bond-Film „Skyfall“ kann ebenfalls fünf Oscars holen, allerdings nur in Nebenkategorien.

Die jüngste Oscar-Anwärterin aller Zeiten

Um die Auszeichnung als bester männlicher Hauptdarsteller konkurrieren neben dem „Lincoln“-Darsteller Day-Lewis Hugh Jackman („Les Miserables“), Joaquin Phoenix („The Master“) und Denzel Washington „Flight“. Auch Bradley Cooper ist für seine Rolle als Manisch-Depressiver in „Silver Linings“ nominiert.

Coopers Filmpartnerin Jennifer Lawrence hat derweil gute Karten auf den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle. Neben Lawrence und Riva sind in dieser Sparte auch Jessica Chastain („Zero Dark Thirty“), Naomi Watts („The Impossible“) und die neunjährige Quvenzhane Wallis („Beasts of the Southern Wild“) nominiert. Wallis ist die jüngste Oscar-Anwärterin aller Zeiten.

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