Schettino drohen 20 Jahre Haft
Der Prozess gegen den Kapitän der „Costa Concordia“, Francesco Schettino, wird in den nächsten Monaten beginnen. In einem Interview versuchte sich der 52-Jährige gegen sein negatives Image zu wehren und ortete eine Hetzkampagne gegen seine Person in den Medien.
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Ein Jahr nach dem Unglück der „Costa Concordia“ klagte Schettino über eine Hetzkampagne gegen ihn und sieht eine „Dämonisierung“ seiner Person. „Ich empfinde einen tiefen Schmerz für das, was in der Nacht des 13. Jänners geschah. Ich bin schlimmer als Bin Laden dargestellt worden, während mein Bedauern für das Geschehene enorm ist“, sagte der 52-Jährige am Montag im Interview mit der Turiner Tageszeitung „La Stampa“.
„Unmöglich, an Bord zu bleiben“
Schettino drohen wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung 20 Jahre Haft. Der Kapitän bestritt, dass er die „Costa Concordia“ verlassen hatte, um sein Leben zu retten, während sich noch Tausende Passagiere an Bord des Schiffes befanden. Laut Schettino war der Grund dafür die starke Neigung des Schiffes, nachdem es vor der Insel Giglio gegen den Felsen geprallt war.
„Dort, wo ich mich befand, war es unmöglich, an Bord zu bleiben. Ich wäre unter Wasser geraten. Wäre ich so nützlicher gewesen? Ich glaube es nicht. Ich habe alles Mögliche unternommen, damit das Schiff unweit der Felsen stranden würde“, sagte der Kapitän. Seiner Darstellung nach geriet er in der Unglücksnacht auch nicht in Panik: „Ich war ruhig, ich habe die Nerven bewahrt, weil ein Kapitän so agieren muss.“ Er habe in seinem Leben keine Drogen genommen und sei noch nie betrunken gewesen.
„Verantwortung auch bei Offizieren“
Schettino sah auch bei den Bordoffizieren Verantwortung für die Umstände der Unglücksnacht. „Ich habe stets für den Respekt der Regeln gekämpft. Ich war Präsident der Kapitäne von Costa Crociere und bin von allen anderen gewählt worden. Jetzt kritisieren mich alle. Doch ich will mich nicht bemitleiden. Ich denke an die Personen, die gelitten haben und immer noch wegen der Tragödie leiden.“
Dem Kapitän werden mehrfache fahrlässige Tötung, das vorzeitige Verlassen des Schiffes während der Evakuierung sowie Verursachung von Umweltschäden vorgeworfen. Zu den Beschuldigten zählt auch der oberösterreichische Vizepräsident von Costa Crociere, gegen den wegen des Verdachts der Beihilfe zur fahrlässigen Tötung ermittelt wird.
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