Wirtschaftswunder angekündigt
„Lasst uns gut leben!“ Im Wahlkampfendspurt in Südkorea war wieder der Schlachtruf des einstigen Militärmachthabers Park Chung Hee ertönt. Ausgestoßen hat ihn Park Geun Hye, die nunmehrige Gewinnerin der Präsidentenwahl und seine Tochter. Die konservative Politikerin versprach im Wahlkampffinish, das Wirtschaftswunder ihres Vaters zu wiederholen.
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Unter der von 1961 bis 1979 währenden Herrschaft Park Chung Hees wandelte sich Südkorea von einem armen Land, das nach dem Korea-Krieg am Boden lag, in eine bedeutende Exportmacht und einen der wirtschaftsstärksten Staaten Ostasiens. Im ganzen Land wurden damals die Menschen mit einem Schlager beschallt, der das Motto „Lasst uns gut leben!“ aufgriff. Die Südkoreaner sollten so angetrieben werden, kräftig in die Hände zu spucken und für ihren Wohlstand zu schuften.
Aktienindex als Richtschnur
Jahrzehnte später wollte Park Geun Hye mit demselben Motto ihrer Partei Mut machen und um Stimmen werben. Ihren Landsleuten, die sich nach ihren Worten mit immensen privaten Schulden, hohen Bildungskosten für ihre Kinder und Altersarmut plagen, versprach Park ein rasches Wirtschaftswachstum und neue Jobs. Ihre Rezepte heißen Innovation und Investitionen in Forschung und Wissenschaft. Der südkoreanische Kospi-Index solle auf 3.000 Punkte klettern - derzeit liegt der Aktienindex unter 2.000 Punkten.
Um das zu erreichen, setzt Park auf neue Märkte und Wachstumsmotoren. Sie will auch den Anteil der Sozialausgaben erhöhen - um wie viel, hat sie nicht verraten. Mehrausgaben soll es jedoch nicht geben. Da spricht vieles für Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen. Zum kommunistischen Nordkorea will sie eine Politik des gegenseitigen Vertrauens aufbauen.
Polarisierende Figur
Die 60-jährige Tochter des Militärherrschers ist für viele Südkoreaner eine zutiefst polarisierende Figur. Kritiker werfen ihr vor, distanziert und arrogant zu sein und ihre politische Legitimität allein von ihrem Vater Park Chung Hee zu beziehen. Ihre Partei dagegen präsentiert Parks Kandidatur als Chance für die Stärkung der Frauen in einem Land, das im internationalen Vergleich bei der Stellung der Frau nur kurz vor dem Golfemirat Kuwait liegt.
Doch Frauenrechtlerinnen sehen Parks Eintreten für die Frauenrechte kritisch. Park habe sich in den vergangenen 15 Jahren kaum für Frauen eingesetzt, sagt etwa Kim Eun Ju vom Zentrum für Koreanische Frauen und Politik.
Vater und Mutter kamen gewaltsam ums Leben
Nach dem Tod ihrer Mutter 1974 - sie kam bei einem Attentat ums Leben - übernahm sie 22-jährig die Rolle der First Lady. Nach dem Tod ihres Vaters 1979, der von seinem eigenen Geheimdienst erschossen wurde, verschwand Park für viel Jahre von der Bildfläche. Sie absolvierte an der Sogang-Universität in Seoul ein Studium der Elektrotechnik. Die 60-Jährige war nie verheiratet und hat keine Kinder.
Somang Yang, Reuters
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