Themenüberblick

Mehr Arbeit, weniger Vertrauen

Der letzte Arbeitsmarktbericht für die USA in diesem Jahr zeigt einen positiven Trend. Die drohende „Fiskalklippe“ zum Jahresanfang sorgt aber weiter für Unsicherheit und scheint auch das Verbrauchervertrauen zu drücken.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die US-Arbeitslosenquote in den USA ist im November überraschend auf 7,7 Prozent gefallen, den niedrigsten Stand seit Dezember 2008. Das teilte das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mit.

Demnach wurden 146.000 neue Jobs geschaffen, fast doppelt so viele wie von Experten erwartet. Im Oktober war die Quote bei 7,9 Prozent gelegen, nach 7,8 Prozent im September. Nach revidierten Berechnungen kamen 138.000 Jobs hinzu. Die Zahl der Arbeitslosen bleibt mit zwölf Millionen im November nahezu unverändert. 4,8 Millionen davon sind Langzeitarbeitslose.

Kaum Auswirkungen durch „Sandy“

Experten waren für November von einem leichten Anstieg der Quote auf acht Prozent ausgegangen. So hatten sie erwartet, dass der Sturm „Sandy“ im Oktober auf den Arbeitsmarkt durchschlägt. Er wirkte sich dem Arbeitsministerium zufolge aber anscheinend kaum aus.

„Wir machen Fortschritte“, zitierte die Wirtschaftsagentur Bloomberg Michael Gapen, Volkswirtschaftler bei Barclays Plc. „Wir erwarten, dass wir in Sachen Neueinstellungen zu einem Tempo zurückkehren, das nahelegt, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen.“

Verbrauchervertrauen eingebrochen

Unterdessen ist die Stimmung der US-Konsumenten Anfang Dezember überraschend eingebrochen. Der Index für das Verbrauchervertrauen fiel nach vorläufigen Berechnungen auf 74,5 Zähler von 82,7 Punkten, teilten Thomson Reuters und die Universität Michigan am Freitag mit. Das ist das niedrigste Niveau seit August. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem leichten Rückgang auf 82,4 Punkten gerechnet.

Der von Anlegern stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, der die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung der USA aus. Der schwache Arbeitsmarkt hatte sich zuletzt belebt: Die US-Wirtschaft schuf im November deutlich mehr Stellen als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 146.000.

Fiskalklippe weiter ungelöst

Für Unsicherheit auch bei den Arbeitslosenzahlen sorgt weiterhin die sogenannte „Fiskalklippe“, mit der zum Jahreswechsel automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in Kraft treten, wenn sich der US-Kongress nicht auf ein Sparprogramm zum Defizitabbau einigt.

Ökonomen sagen für diesen Fall eine neue Rezession und einen Anstieg der Arbeitslosigkeit voraus. Die Verhandlungen über ein Sparprogramm in Washington treten zurzeit auf der Stelle. Hauptstreitpunkt sind Steuererhöhungen für die Reichen. Die Fronten zwischen Demokraten und Republikanern hatten sich zuletzt verhärtet, was offenbar auch die Verbraucher mit Sorge sehen.

Links: