„Hürde beseitigt“
Nach dem Ausfall von zwei Raffinerien als Folge des Sturms „Sandy“ dürfen nun auch ausländische Tanker vorübergehend die Nordostküste der USA anlaufen. Das Heimatschutzministerium hob am Freitag vorübergehend den aus dem Jahr 1920 stammenden Jones Act auf, der das normalerweise untersagt.
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Wie von der US-Regierung weiter mitgeteilt wurde, wird jenen Schiffen, die sich an den Lieferungen beteiligen, bis zum 20. November Zeit gegeben, um ihre Fracht am Zielhafen zu entladen. Mit der nun beschlossenen Maßnahme sei nun eine mögliche Hürde beseitigt worden, um die für New York und New Jersey dringend benötigten Treibstofflieferungen sicherzustellen, so Heimatschutzministerin Janet Napolitano laut der Wirtschaftsplattform Bloomberg.

Reuters/Lucas Jackson
Derzeit nur eingeschränkt in Betrieb: Das Hafengebiet von New Jersey und NY
Nach Angaben des TV-Senders CNBC sollen nun unter ausländischer Flagge im Golf von Mexiko operierende Tanker aushelfen, um den Nordosten der USA mit ausreichend Treibstoff zu versorgen.
Verzicht auf Tankergebühren
Als weitere Maßnahme wurde vom Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, auch ein Verzicht auf die Gebühren für Tanker angekündigt, die im Hafen der Metropole ihre Ladung löschen. Auch Cuomo erhofft sich dadurch eine Verbesserung der derzeitigen „Benzinsituation“.
An Teilen der Ostküste haben sich zuletzt Engpässe bei der Benzinversorgung massiv verschärft. In einigen Teilen des Katastrophengebietes wird Treibstoff nur noch rationiert abgegeben. Bereits rund 80 Prozent der Tankstellen hätten laut NBC-Angaben kein Benzin mehr - oder keinen Strom, um es aus den Tanks zu pumpen. An den wenigen Tankstellen, die noch Treibstoff haben, bilden sich Schlangen von bis zu einem Kilometer Länge. Polizisten sorgen für Ordnung, weil sich immer wieder Autofahrer nach stundenlangem Warten in die Haare geraten.

Reuters/Mike Segar
Lange Warteschlangen prägen das Bild vor den Tankstellen
Einige Autofahrer würden 70 oder 80 Kilometer fahren, um eine Tankstelle mit Benzin zu finden, hieß es. Abhilfe soll erst in Tagen kommen. Denn noch arbeiten die Raffinerien der Umgebung nach Sturmschäden nicht oder nur eingeschränkt.
Strenge Polizeikontrollen
New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg ordnete zudem an, dass nur noch mit mindestens drei Insassen besetzte Autos in die Stadt fahren dürfen. Polizisten haben die Brücken nach New York - die Tunnel sind noch überflutet - mit Straßensperren verengt und schauen in jedes Auto. Wer nur zu zweit oder gar allein fährt, wird gnadenlos herausgewinkt.
Mit der Anordnung will Bloomberg das wenige Benzin in der Region besser nutzen und die Straßen entlasten. Weil viele Gebiete noch überschwemmt, gesperrt oder beschädigt sind, staut sich der Verkehr in und nach Manhattan noch mehr als sonst.
Hoffnungslos überfüllte Busse
Einige U-Bahnen fahren bereits wieder, aber nicht nach Süd-Manhattan und nicht zwischen den Stadtteilen. Wer von Manhattan nach Brooklyn oder Queens will, muss in den Bus umsteigen, der über eine der Brücken fährt. Doch auch die nach einem abgespeckten Fahrplan fahrenden Busse sind hoffnungslos überfüllt, an manchen Haltestellen warten Hunderte Menschen auf einen Bus. Geringer Trost: Die Nutzung des Nahverkehrs ist nach wie vor kostenlos.
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