Keine rosigen Ausblicke
Die Wirtschaftsforscher legen ihren aktuellen Prognosen einen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Euro-Raum in diesem Jahr um 0,2 (WIFO) bzw. 0,4 Prozent (IHS) und für 2013 einen verhaltenen Anstieg um 0,6 bzw. 0,5 Prozent zugrunde. Das Wachstum der deutschen Wirtschaft wird heuer jeweils auf 0,8 Prozent und 2013 auf 1,1 bzw. 1,2 Prozent geschätzt.
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In den USA dürfte sich die Konjunktur von 2,2 (WIFO) bzw. 2,3 Prozent (IHS) in diesem Jahr auf 1,8 bzw. 2,0 Prozent im kommenden Jahr abschwächen. Das IHS prognostiziert für die Industriestaaten für heuer einen Rückgang auf 1,4 Prozent und für 2013 eine leichte Zunahme auf 1,6 Prozent. Das WIFO geht von einem globalen BIP-Wachstum von 3,1 Prozent in diesem und 3,3 Prozent im kommenden Jahr aus.
Privatkonsum soll steigen
Gleichzeitig mit den Wachstumsprognosen nahmen die beiden Wirtschaftsforschungsinstitute auch ihre Prognosen für das Konsumwachstum in Österreich für das kommende Jahr etwas zurück. Dennoch sollten die privaten Ausgaben 2013 stärker zulegen als in diesem Jahr, nämlich um 0,7 (WIFO) bzw. 1,1 Prozent (IHS) nach 0,6 bzw. 0,8 Prozent in diesem Jahr. Unterstützt werde die Konsumnachfrage von der guten Beschäftigungsentwicklung und dem nachlassenden Preisdruck, heißt es.
Die Investitionstätigkeit dürfte auch 2013 schwach bleiben. Beide Institute nahmen ihre bisherigen Prognosen hier noch weiter zurück und gehen bei den Bruttoanlageinvestitionen nur noch von einem realen Wachstum von 1,5 bzw. 1,4 Prozent nach zuvor 2,0 Prozent aus. Getrübt werde das Investitionsklima von der schwachen Konjunktur und der Unsicherheit im Euro-Raum. Positiv könnten sich dagegen die günstigen Finanzierungsmöglichkeiten und guten finanziellen Ausstattungen der Unternehmen auswirken.
Weniger Exporte
Die verhaltene Weltkonjunktur wirkt sich auch bremsend auf den Außenhandel aus. Die Wirtschaftsforscher kappen ihre Prognosen sowohl für heuer als auch für das kommende Jahr recht kräftig. Die heimischen Warenexporte dürften heuer nur um 0,8 bzw. 1,1 Prozent wachsen statt wie bisher erwartet um über drei Prozent. Im kommenden Jahr sollten sie wieder um über vier Prozent anziehen. Im Sommer wurde noch ein Exportplus von mehr als sechs Prozent erwartet. Bei den Warenimporten erwartet das WIFO für heuer ein Minus von 0,3 Prozent, das IHS ein Plus von 0,3 Prozent. 2013 sollten es wieder über 4,0 bzw. 3,5 Prozent Plus werden.
Gut entwickelt hat sich laut WIFO die Arbeitskräftenachfrage. Das Institut rechnet für heuer mit einer Ausweitung um 1,5 Prozent. Diese Dynamik dürfte sich 2013 jedoch auf 0,5 Prozent verlangsamen. Das Beschäftigungswachstum könnte die Lohnsumme und somit das verfügbare Einkommen weiter stärken und bei konstant niedriger Sparquote den privaten Konsum unterstützen.
=Welthandel deutlich gebremst==
Der Welthandel sollte nach 5,8 Prozent im Vorjahr heuer um 3,5 und 2013 um 4,8 Prozent expandieren, so das WIFO. Das IHS glaubt für den Welthandel an 2,8 Prozent Zuwachs 2012 und 4,0 Prozent 2013. Die österreichischen Exportmärkte, die 2011 um 6,1 Prozent wuchsen, dürften laut IHS heuer um 1,8 und 2013 um 4,3 Prozent zulegen. Alle Prognosewerte liegen unter der Sommerprognose.
Den Ölpreis sehen die Institute - nach 111,3/111,7 Dollar/Fass im Vorjahr - für Brent heuer bei etwa 110 bis 112 Dollar im Jahresschnitt und für 2013 bei 110 bis 117 Dollar. Der Euro-Dollar-Wechselkurs wird bei 1,25 bis 1,27 heuer und 1,24 bis 1,27 nächstes Jahr erwartet, der jeweils erste Wert stammt vom WIFO.
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