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„Irish Daily Star“ veröffentlichte Bilder

Nach der Veröffentlichung der Oben-ohne-Fotos von Prinz Williams Frau Kate hat die Zeitung „Irish Daily Star“ ihren Chefredakteur suspendiert. Das Unternehmen Independent Star, zu dem das Blatt gehört, teilte am Montag mit, gegen Michael O’Kane sei zudem eine interne Ermittlung eingeleitet worden.

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Die Zeitung hatte am Samstag einige der umstrittenen Bilder gedruckt, die zuvor in dem französischen Magazin „Closer“ erschienen waren. Die Ausgabe mit den Bildern war indes nur in Irland erhältlich, nicht aber im Vereinigten Königreich. Der irische Justizminister Alan Shatter warnte, er könne ursprünglich aufgegebene Pläne für ein Gesetz zum Schutz der Persönlichkeitsrechte wieder aufgreifen.

Manche Medien des Landes könnten offenbar nicht zwischen „unzüchtigem Interesse und öffentlichem Interesse“ unterscheiden, sagte Shatter. Das Königshaus hatte die Zeitung, die am Wochenende 13 Fotos der Herzogin zusammen mit einem Bild des Covers des französischen Closer veröffentlichte, verurteilt.

Mitbesitzer drohte mit Schließung

Der britische Mitbesitzer Richard Desmond zeigte sich am Wochenende ebenfalls wütend über den Schritt des „Irish Daily Star“, dass er sogar die Schließung des Boulevardblatts in Erwägung zog. Er zeigte sich am Wochenende laut der britischen Tageszeitung „Guardian“ überzeugt, dass er die Einstellung der Zeitung durchsetzen kann.

Immerhin gehört ihm die britische Ausgabe des „Daily Star“. Der „Guardian“ zitierte am Wochenende Insider, wonach Desmond bereits seine Anwälte beauftragt habe, die entsprechenden juristischen Schritte einzuleiten. Desmonds Firma Northern & Shell besitzt das Blatt gemeinsam mit dem Dubliner Medienunternehmen Independent News & Media (INM).

„Bin sehr wütend“

„Ich bin sehr wütend über die Entscheidung, die Fotos zu veröffentlichen und unternehme sofort Schritte, das Joint Venture zu schließen. Es gibt keinerlei Rechtfertigung für die Veröffentlichung der Bilder, und Northern & Shell verurteilt sie aufs Schärfste“, so Desmond in einer Stellungnahme. Der irische Herausgeber INM entschuldigte sich am Sonntag und kündigte eine Untersuchung an, wie es zu der Entscheidung, die Bilder zu veröffentlichen, kam.

Die Bilder haben - insbesondere in der durch die Abhöraffäre sensibilisierten britischen Presse - die Debatte über das Recht auf Privatsphäre vs. Pressefreiheit neu entzündet. Den britischen Medien drohen schärfere Regeln nach dem „News of the World“-Skandal. Bisher veröffentlichte kein einziges britisches Medium die Bilder von Kate - nicht einmal die „Sun“, die als Einzige die Nacktfotos von Harry gebracht hatte.

„Neue Dimension erreicht“

Die Veröffentlichung von Oben-ohne-Fotos von Prinz Williams Frau Kate überschreitet nach Ansicht des deutschen Adelsexperten Stefan Blatt journalistische Grenzen. „Das geht natürlich viel zu weit. Die Fotos sind auf dem Balkon ihres Hotels aufgenommen, und die Privatsphäre ist dadurch so was von verletzt“, sagte Blatt, der Mitglied der „Bunten“-Chefredaktion ist, der Nachrichtenagentur dpa.

Er glaube nicht, dass sich in England jemand traue, die Fotos zu drucken. „Die britische Presse, die ja als die härteste der Welt gilt, respektiert dann doch einige Grenzen.“

Urlaubsfotos, händchenhaltend am Strand, wären nach Ansicht von Blatt wohl veröffentlicht worden. „Aber Nacktfotos von der künftigen Königin von England - das geht einfach viel zu weit.“ Die im französischen Magazin „Closer“ publizierten Fotos zeigen Kate beim Oben-ohne-Sonnenbaden auf der Terrasse eines privaten Ferienhauses.

Prinz-Harry-Fotos „etwas anderes“

Bei den Nacktfotos von Prinz Harry aus einem Hotelzimmer in Las Vegas, die in der „Sun“ gezeigt wurden, habe es sich um etwas anderes gehandelt. „Es war ein privater Schnappschuss, der in die Öffentlichkeit gekommen ist.“ William und Kate seien eindeutig im Urlaub gejagt worden. Man habe gewartet, bis sie ihr Bikinioberteil auszieht, „das geht natürlich gar nicht. Das hat eine neue Dimension erreicht, die es auch bei Kate bisher so nicht gab.“

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