Paris verbietet anti-amerikanische Proteste
Nach Zusammenstößen am Rande einer Demonstration in der Nähe der US-Botschaft in Paris will die französische Regierung keine weiteren anti-amerikanischen Proteste dulden. Innenminister Manuel Valls sagte heute dem Sender France 2, er habe entsprechende Anweisungen erteilt, damit „das nicht wieder passiert“.
Valls bezog sich auf einen unangemeldeten Protest vom Vortag, zu dem sich rund 250 Menschen nahe der US-Botschaft in Paris versammelt hatten. Bei Zusammenstößen wurden drei Polizeibeamte leicht verletzt. 152 Demonstranten wurden festgenommen. „Diese Proteste sind verboten“, sagte Valls. „Jede Anstachelung zum Hass muss mit aller Härte bekämpft werden.“
Unter den Demonstranten seien auch Vertreter eines radikalen Islam gewesen, sagte Valls. Die überwiegende Mehrheit der Muslime in Frankreich sei aber gemäßigt, betonte der Minister. Frankreich ist mit mindestens vier Millionen Muslimen das Land mit der größten muslimischen Gemeinde in Europa. Die Justiz leitete Ermittlungen ein, um die Organisatoren des illegalen Protests zu finden.
Proteste im Libanon
Im Libanon kam es heute erneut zu Protesten gegen den islamfeindlichen Film „Die Unschuld der Muslime“. Wie Kathpress unter Berufung auf das staatliche Fernsehen berichtete, gingen diesmal im südlibanesischen Tyros Demonstranten auf die Straße und riefen Sprechchöre gegen die USA und Israel. Redner hätten das Video als Versuch einer Spaltung zwischen Christen und Muslimen verurteilt. Sie riefen zu Einheit und friedlicher Koexistenz der Glaubensgemeinschaften auf, so der Sender.
Berlin verbietet Einreise von US-Hassprediger
Im Zusammenhang mit den weltweiten Protesten von Muslimen gegen einen islamkritischen Film verhängte das deutsche Innenministerium ein Einreiseverbot gegen den umstrittenen US-Prediger Terry Jones. Eine Einreise des durch eine Koran-Verbrennung bekannt gewordenen Predigers nach Deutschland würde dem „Interesse an der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung widersprechen“, sagte ein Ministeriumssprecher heute in Berlin.