Autos im „Sozialen Netzwerk“
In den USA ist der weltweit größte Praxistest für „intelligente“ Verkehrssysteme gestartet. Etwa 2.800 Autos, Lastwagen und Busse von freiwilligen Projektteilnehmern sind ein Jahr lang unterwegs, um die Kommunikation untereinander („Car-to-Car“) sowie mit der Infrastruktur („Car-to-X“) zu testen.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Durchgeführt wird der Langzeittest in den Straßen der Stadt Ann Arbor in der Nähe von Detroit im US-Bundesstaat Michigan. Die teilnehmenden Fahrzeuge stammen von Ford, General Motors, Honda, Hyundai/Kia, Mercedes-Benz, Nissan, Toyota und Volkswagen/Audi. Die gesammelten Daten und Erfahrungswerte sollen in die Verbesserung der Verkehrssicherheit einfließen.
Die Fahrzeuge kommunizieren dabei drahtlos über Funksignale miteinander sowie mit Sensoren am Straßenrand und können den Fahrer dabei auf potenzielle Gefahren wie einen plötzlichen Stau oder auch ein Auto, das bei Rot über die Ampel zu fahren droht, aufmerksam machen. Sind keine weiteren Verkehrsteilnehmer in Sicht, kann das Auto zudem veranlassen, dass die Ampel auf Grün schaltet.
Straßen in zehn Jahren völlig vernetzt
„Das ist ein großer Tag für die Verkehrssicherheit“, so US-Verkehrsminister Ray LaHood zum Start des 25 Millionen Dollar (20,14 Mio. Euro) teuren Projekts. „Auf Basis der gewonnen Informationen werden wir entscheiden, ob die Technologie bereit für den alltäglichen Einsatz ist.“ Bis zu 80 Prozent der Unfälle könnten entschärft oder gar verhindert werden, wenn sich die Autos selbstständig untereinander und mit der Infrastruktur abstimmen könnten, so LaHood.
Bei einer ersten Demonstration zeigten die Projektverantwortlichen einen VW Golf, der das Signal bekam, dass das Auto vor ihm eine Vollbremsung vornimmt. Die schnelle Information erlaubte dem Fahrer abzubremsen, noch bevor die Bremslichter vor ihm aufleuchteten. Bei einem anderen Beispiel wurde der Golf-Fahrer an einer Stopptafel gewarnt, dass ein anderes Auto dabei ist, über die Kreuzung zu rasen.

U.S. Department of Transportation
Tests auch in Deutschland
Auch in Deutschland finden derzeit im Rahmen des Projekts „Sichere Intelligente Mobilität - Testfeld Deutschland“ (SIMTD) Tests mit vernetzten Fahrzeugen statt. Seit Anfang August sind bei einem Feldversuch rund um Frankfurt 120 Testwägen unterwegs. Die Autos tauschten Informationen über Gefahren aus und erhielten Hinweise zu Verkehrslage, Wettereinflüssen und Fahrtroute, teilte die Technische Universität München mit.
Das System nutzt dabei eine Funktechnik, die auf dem WLAN-Standard (drahtloses Internet) aufbaut. Entlang der Straßen sind dafür eigens Empfänger installiert worden, die sich mit dem jeweiligen System im Auto verbinden können. Informationen werden von Auto zu Auto sowie in eine Zentrale gesendet. Auch die Mobilfunktechnologien UMTS und GPRS werden eingesetzt.
Experten schätzen, dass die Vernetzung von Straße und Fahrzeugen in spätestens zehn Jahren großflächig umgesetzt werden wird.
Links: