„Zielgerichteter Hinweis“ eines Zeugen
Bei der Suche nach dem auf der Nordseeinsel Amrum vermissten Sebastian aus Wien hat die Polizei am Mittwoch die Leiche eines Kindes gefunden. „Wir müssen davon ausgehen, dass es sich um den vermissten Sebastian handelt“, hieß es anschließend von der Polizei in Schleswig-Holstein.
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Erst Mittwochfrüh hatten Polizei, Feuerwehr, aber auch zahlreiche Freiwillige eine weitere großangelegte Suchaktion gestartet. Die Leiche sei auf jenem Spielplatz, auf dem das Kind am Sonntagabend zuletzt gesehen worden war, gefunden worden, hieß es.
Die Suchtrupps hätten nach einem „zielgerichteten Hinweis“ eines Zeugen erneut beim „Piratenschiff“ - einem Kletterturm - gesucht. Gegen 14.00 Uhr sei das Kind gefunden und geborgen worden. Offenbar dürfte es sich um einen Unfall handeln, wie Matthias Glamann, Sprecher der Polizeidirektion Husum, der APA sagte. „Die Umstände sehen eher nach einer Unfallsituation aus“, so Glamann.
Foto zeigt Bub beim Sandspielen
Fotos eines Zeugen hätten gezeigt, wie der Sebastian kurz vor seinem Verschwinden im Sand unter dem Schiff grub. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass sich andere Personen zum Unglückszeitpunkt dort aufgehalten hätten, so der Sprecher. Die Unfallvariante sei die wahrscheinlichste, „wir haben derzeit keine andere Hinweise“, betonte Glamann. Die Ermittlungen gingen aber weiter. Auf dem Foto sei gut sichtbar dokumentiert, wie ein Kind ein Loch im Sand gräbt. Der Randbereich der Grube könnte nachgegeben haben und der Bub unter Sand begraben worden sein, sagte Glamann.
Nicht wie vereinbart nach Hause gekommen
Laut einem - unbestätigten - Bericht der deutschen „Bild“-Zeitung hatten die Beamten den Bereich um den Spielplatz weiträumig abgesperrt und eineinhalb Meter Sand abgetragen. Direkt unter dem „Piratenschiff“ sei das Kind gefunden worden.

Google Earth, ORF.at (Montage)
Nach übereinstimmenden deutschen Medienberichten war Sebastian zuletzt am späten Sonntagnachmittag gesehen worden, als er auf dem „Piratenschiff“ spielte - nur rund 200 bis 300 Meter von dem Apartment in der Ortschaft Wittdün entfernt, in dem er mit seinen Eltern und seiner zwölfjährigen Schwester gewohnt hatte. Da der Bub nicht wie vereinbart um 19.00 Uhr zu seinen Eltern zurückgekommen war, hatten diese die Polizei verständigt.
Ganze Insel mehrfach durchkämmt
Nach der Vermisstenmeldung mobilisierten die deutschen Behörden alle erdenklichen Kräfte, um den Buben zu finden. Die nur knapp über 20 Quadratkilometer große Insel südlich von Sylt und die Küste wurden von Hubschraubern aus mit Wärmebildkameras abgesucht, auf der Insel selbst suchten Polizei, Feuerwehr und Freiwillige, darunter auch Urlauber.
Zeugen hatten ausgesagt, sie hätten den Zehnjährigen vor seinem Verschwinden am Sonntag gegen 18.00 Uhr gemeinsam mit einem anderen Buben auf dem Strandspielplatz gesehen. Nach einem Aufruf der Polizei meldete sich schließlich ein Bub namens Lukas, der tatsächlich mit dem vermissten Sebastian gespielt hatte. Allerdings verließ er den Spielplatz schon am Nachmittag. Danach verlor sich die Spur des Wiener Buben.
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