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200 Polizisten im Einsatz

Bei einer Geiselnahme in Karlsruhe sind am Mittwoch fünf Menschen getötet worden. Der Geiselnehmer und auch alle seine Geiseln seien tot, bestätigte die Polizei. Einsatzkommandos hatten die Wohnung, in der sich der Mann verschanzt hatte, gestürmt, als sie Brandgeruch festgestellt hatten.

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Der Geiselnehmer hatte sich seit der Früh verschanzt. Grund war offenbar eine Delogierung. Bei den getöteten Geisel handelt es sich laut ersten Informationen der Polizei um einen Gerichtsvollzieher, einen Schlosser, möglicherweise den neuen Wohnungsinhaber und eine Frau - wahrscheinlich die Wohnungseigentümerin.

Der Geiselnehmer habe die vier Personen in der Früh die zu räumende Wohnung gelassen, hieß es seitens der Polizei. Beim Täter soll es sich um einen Jäger handeln, der mehrere Waffen besaß. Weitere Informationen zur Identität des Mannes lagen vorerst nicht vor. Alle fünf Leichen wiesen Schussverletzungen auf.

Nachbarn hörten Schüsse

Bewohner des Mehrfamilienhauses hatten gegen 9.00 Uhr die Polizei alarmiert, als sie mehrere Schüsse aus der Wohnung des Geiselnehmers gehört hatten. Die Polizei sperrte daraufhin den Tatort in dem Wohngebiet mit zwei Schulen und Kindergärten weiträumig ab.

Mehrere Häuserblocks in der Karlsruher Nordstadt wurden evakuiert. Anrainer durften sicherheitshalber nicht in ihre Häuser. Anfangs hatte ein Zeuge von einem Toten gesprochen. Er beschrieb den Geiselnehmer als gewalttätig.

Einsatzkommandos stürmen Wohnung

Nachdem die Polizei den Namen des Geiselnehmers ermittelt hatte, versuchten speziell geschulte Beamte, telefonisch Kontakt zu dem Mann aufzunehmen - allerdings vergeblich. Die Polizei riegelte daraufhin den Tatort weiträumig ab. Laut Angaben der Behörden in Karlsruhe waren insgesamt 200 Beamte vor Ort im Einsatz - davon auch je 40 Beamte der Spezialeinheiten SEK (Spezialeinsatzkommando) und MEK (Mobiles Einsatzkommando).

Nachdem Polizisten die Wohnung gestürmt hatten, stießen sie erst auf die vier männlichen Toten. Bei der folgenden Durchsuchung fanden sie schließlich die tote Frau. Weitere Details zu der Tat wollte die Polizei noch am Mittwochnachmittag in einer Pressekonferenz bekanntgeben.

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