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Holmes fordert Sorgerecht

Am Dienstag ist Tom Cruise 50 Jahre alt geworden. Er steht mittlerweile vor dem Ende seiner dritten Ehe. Erst Ende vergangener Woche reichte seine dritte Ehefrau Katie Holmes die Scheidung ein. Seither wird intensiv über die Rolle von Scientology und die Bedingungen der Trennung spekuliert. Denn Cruise gilt als bestbezahlter Schauspieler Hollywoods, glaubt man dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“.

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Zwischen Mai 2011 und Mai 2012 erhielt er demnach 75 Mio. Dollar (60 Mio. Euro). Diese Angabe stützt sich auf Befragungen von Produzenten, Anwälten, Managern und anderen Mitarbeitern der Filmindustrie. Laut „Forbes“ werde das Vermögen von Cruise eine „entscheidende Rolle“ beim Trennungsverfahren spielen. Allerdings gibt es einen Ehevertrag.

Holmes wird daher nach der Trennung von diesem Vermögen keinen Cent sehen, berichtete das Societyportal TMZ. Das sehe der geschlossene Ehevertrag so vor. Laut TMZ ist der vor der Hochzeit 2006 geschlossene Ehevertrag vor allem zugunsten von Cruise angelegt. Berichte, dass Holmes 15 bis 20 Millionen Dollar erhalten solle seien daher absurd, so das Portal.

„Sie macht sich nicht viel aus Geld“

Holmes kann offenbar damit leben. Eine Anfechtung des Ehevertrags scheint unwahrscheinlich: „Sie macht sich nicht viel aus Geld. Sie liebt zu arbeiten“, zitiert TMZ Holmes nahestehende Quellen. Allerdings besteht sie offenbar auf Unterstützung für die gemeinsame Tochter Suri. Und das könnte sich als großer Posten für Cruise herausstellen. Denn in New York, wo Holmes die Scheidung einreichte, ist ein Unterhalt in Höhe von 17 Prozent des Jahreseinkommens der Eltern die Regel, berichtete „Forbes“. In New York sind offenbar auch die Chancen auf das alleinige Sorgerecht größer als in Kalifornien.

Tom Cruise und Katie Holmes mit Tochter Suri

AP/Itsuo Inouye

Die Familie begleitete Cruise meist zu Premieren und Filmdrehs

Holmes pocht darauf, das alleinige Sorgerecht für die Sechsjährige zu bekommen. Die Schauspielerin soll bereits in eine eigene Wohnung in Manhattan gezogen sein und keinen Ehering mehr tragen. Ein Anwalt von Cruise kündigte unterdessen an, für seinen Mandanten ein separates Scheidungsverfahren anstrengen zu wollen.

Allein in Island

Cruise steht derzeit in Island vor der Kamera für seinen neuen Film „Oblivion“. Noch Mitte Juni hatte es geheißen, dass er dort eigens eine Villa gemietet habe und für Freunde ein großes Fest geben wollte. „Ich habe viele Geburtstage auf dem Movie-Set verbracht, alles großartige Tage“, sagte Cruise noch im Mai in einem „Playboy“-Interview: „Familie war mir immer sehr wichtig. Wenn ich drehe, kommt jeder mit. Wenn Kate dreht, bin ich bei ihr und den Kindern. Wir sind immer zusammen.“ Vor rund zwei Wochen war die Familie tatsächlich noch gemeinsam in Island. Mittlerweile steht Cruise dort alleine am Set.

Spekulationen rund um Scientology

Über den Grund der Trennung wurde seither heftig spekuliert. Im Scheidungsantrag von von „unüberbrückbaren Differenzen“ die Rede. Immer wieder wird Cruises Zugehörigkeit zu Scientology als Ursache genannt. Holmes soll demnach Angst um ihre Tochter gehabt haben.

Denn viele Scientologen geben ihre Kinder bereits im jungen Alter zu einem streng geheimgehaltenen Programm der zugehörigen Sea-Organisation. Laut dem Scientology-Anwalt können aber erst Jugendliche ab 16, mit Einverständnis der Eltern, an dem Programm teilnehmen.

Scientology

Die Organisation bezeichnet sich selbst als Kirche und folge den Lehren des Science-Fiction-Autors L. Ron Hubbard. Nach eigenen Angaben hat die Bewegung zehn Mio. Anhänger in über 150 Ländern. Unabhängige Quellen gehen von weltweit 200.000 Mitgliedern aus.

Dennoch kommen immer neue Stimmen an die Öffentlichkeit, die über das Scientology-Leben des Schauspielers berichten. So gab etwa die 2005 bei Scientology ausgetretene Amy Scobee gegenüber der Website Celebuzz.com an, dass sie und andere Mitglieder Cruise und seine Ex-Frau Nicole Kidman dabei unterstützt hätten, ein luxuriöses Anwesen zu schaffen. Cruise sollte sich durch die harte Arbeit der Scientology-Mitglieder der Bewegung gegen „zu Dank verpflichtet“ sehen, so Scobee.

Scientology dementiert Spionage

Holmes, die in einer katholischen Familie aufgewachsen ist, soll im Zuge ihrer Ehe mit Cruise ebenfalls der Organisation beigetreten sein. Selbst die Hochzeitszeremonie wurde strikt nach dem Ritus von Scientology abgehalten. Es soll Berichten zufolge auch in der Erziehung der Tochter zu Unstimmigkeiten gekommen sein. So behandelte Cruise Suri offenbar wie eine kleine Erwachsene, Holmes wie eine Sechsjährige.

Vonseiten der religiösen Bewegung gab es bisher kein Kommentar zur Trennung des Paares. Sie wehrte sich aber gegen Spekulationen von TMZ, dass es einen Spionageeinsatz gegen Holmes gegeben habe. Doch laut „Daily Mail“ wurde Holmes bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach der Ankündigung ihrer Scheidung von zahlreichen Bodyguards abgeschirmt.

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