In Libyen festgehaltene IStGH-Mitarbeiter frei

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Vier seit Wochen in Libyen festgehaltene Mitarbeiter des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) sind frei. Das teilte das Tribunal in Den Haag gestern mit. Die vier waren am 7. Juni in der westlibyschen Stadt Al-Sintan von einer örtlichen Miliz gefangen genommen worden.

Sie sollen versucht haben, Seif al-Islam al-Gaddafi „geheime Dokumente“ zu übergeben. Der Sohn des im Oktober 2011 von Aufständischen getöteten Diktators Muammar al-Gaddafi ist in Al-Sintan inhaftiert. Die Gerichtsmitarbeiter kamen während eines Besuchs von IStGH-Präsident Sang-Hyun Song in Al-Sintan frei.

„Dankbar über Vereinigung“

„Der IStGH ist den libyschen Behörden dankbar für die heutige Vereinbarung, die Gerichtsmitarbeiter freizulassen, so dass sie zu ihren Familien zurückkehren können“, sagte Song. Zugleich zeigte er sich erleichtert, dass die Festgehaltenen gut behandelt worden seien. Mit Song waren auch Diplomaten aus Australien, dem Libanon, Russland und Spanien in die westlibysche Stadt gekommen, um ihre Landsleute in Empfang zu nehmen.

Pflichtverteidigerin Gaddafis

Das nun freigekommene IStGH-Team wurde von der Australierin Melinda Taylor angeführt, der vom Gerichtshof ernannten Pflichtverteidigerin Gaddafis. Sie war zusammen mit ihrer libanesischen Übersetzerin Helene Assaf festgenommen worden. Nur ihnen wird vorgeworfen, geheimes Material an Gaddafi übergeben zu haben. Zwei männliche Kollegen aus Russland und Spanien blieben aus Solidarität bei ihnen.

Das Den Haager Tribunal hat den Gaddafi-Sohn angeklagt und fordert seine Auslieferung. Die libysche Führung will ihm im eigenen Land den Prozess machen. Saif al-Islam Gaddafi war im November nahe der Grenze zum Niger gefangen genommen worden.