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Oft Wechsel trotz positiven Zeugnisses

Jeder dritte Schüler, der im Schuljahr 2006/07 in der ersten Klasse Oberstufe war, hat seine Ausbildung im Laufe der folgenden Jahre ohne Abschluss abgebrochen. Das geht aus dem im Frühjahr veröffentlichten Bericht „Bildung in Zahlen 2010/11“ der Statistik Austria hervor.

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Für die Untersuchung wurden erstmals knapp 70.000 Schüler ab ihrem Wechsel in eine AHS oder eine berufsbildende mittlere oder höhere Schule (BMHS) beobachtet. Besonders hoch sind die Verlustraten demnach an BMS, wo knapp die Hälfte der 16.400 damals neu eingestiegenen Schüler im Lauf von fünf Jahren die Schule verließen.

Viele starten Lehre

Der Abbruch einer BMS ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einem Ausstieg aus dem Schulsystem, wie die Statistiker betonen. Nur knapp 13 Prozent aller Schüler verließen das Bildungssystem direkt, 28 Prozent wechselten hingegen in eine Berufsschule und damit in eine Lehre. Dass die Ausfallsrate an BMS bereits nach einem Jahr sehr hoch ist, erklären sich die Statistiker mit der Nutzung der ersten Klasse als Ersatz für das letzte Pflichtschuljahr.

Während nur rund neun Prozent der AHS-Schüler und etwa 16 Prozent der BHS-Schüler nach dem ersten Jahr von der Schule abgehen oder in eine andere Ausbildung wechseln, sind es an BMS rund 30 Prozent. Zwei Drittel von ihnen gehen in die Lehre, obwohl die Hälfte von ihnen die besuchte BMS-Klasse eigentlich positiv absolviert hätte und aufsteigen könnte.

AHS mit den wenigsten Aussteigern

Geringer sind die Verlustraten an den BHS, wo fast ein Drittel (30,9 Prozent) der 31.200 Neueinsteiger aus dem Schuljahr 2006/07 bis zur Abschlussklasse ausstieg. Auch hier führt für den Großteil aller Abbrecher der erste Weg in eine Berufsschule. Da die BHS fünf Jahre dauern, konnten im Bericht noch keine Aussagen über erfolgreiche Abschlüsse getroffen werden.

Von den rund 22.300 im Schuljahr 2006 in die AHS-Oberstufe eingetretenen Schülern schafften hingegen fast 68 Prozent den Abschluss nach vier Jahren, während etwa 22 Prozent die Ausbildung vorzeitig verließen und neun Prozent wegen zumindest einer Klassenwiederholung noch an der Schule sind.

Sitzenbleiber haben schlechte Aussichten

Durch alle Schultypen hindurch haben jene Schüler, die die erste Oberstufenklasse wiederholen müssen, die geringsten Erfolgsaussichten: Von ihnen schafft nur jeder Vierte den Abschluss. Drastisch auch der Einfluss schulischer Herkunft und der Umgangssprache. Unter ehemaligen Hauptschülern gibt es an höheren Schulen doppelt so viele Aussteiger wie unter ehemaligen AHS-Unterstufenschülern. Drei von zehn Ex-Hauptschülern verlassen die AHS-Oberstufe vorzeitig (30 Prozent), die BHS schon jeder Dritte (33,3 Prozent) und die BMS beinahe die Hälfte (etwa 46 Prozent).

Während an der BMS knapp 48 Prozent der Schüler mit deutscher Umgangssprache die Schule abbrechen, sind es bei ihren Klassenkollegen mit nicht deutscher Umgangssprache fast 62 Prozent. Noch deutlicher zeigt sich der Faktor Umgangssprache an höheren Schulen: Etwa 54 bzw. 39 Prozent der Schüler mit nicht deutscher Umgangssprache brechen eine BHS bzw. AHS ab, während es unter Schülern mit deutscher Umgangssprache lediglich 31 bzw. 23 Prozent sind.

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