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Krebskrankheit erlegen

Der unter dem Künstlernamen MCA bekannte Beastie-Boys-Mitgründer Adam Yauch ist am Freitag im Alter von 47 Jahren in seiner Heimatstadt New York an Krebs gestorben. Vor drei Jahren war bei Yauch ein Tumor in der linken Ohrspeicheldrüse diagnostiziert worden.

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„Mit großer Trauer geben wir bekannt, dass der Musiker, Rapper, Aktivist und Regisseur Adam ‚MCA‘ Yauch, Gründungsmitglied der Beastie Boys (...), heute Früh in seiner Heimatstadt New York nach einem beinahe dreijährigen Kampf gegen den Krebs gestorben ist“, hieß es in einem Statement, das die Band auf ihrer Website veröffentlichte.

Nach einer Operation im Oktober 2009 hatte sich Yauch zuversichtlich gezeigt, die Krankheit besiegt zu haben und sprach davon, dass er sich „gesund, stark und hoffnungsfroh“ fühle. Doch erst im letzten Monat war wieder klar, dass der Bassist und Sänger der Beastie Boys schwerkrank war, da er nicht an der Aufnahme der Band in die Rock and Roll Hall of Fame teilnehmen konnte.

Erste weiße Mainstream-Rapper

Statt mit Punk schaffte es das Trio schließlich völlig überraschend mit Hip-Hop als erste weiße Rap-Gruppe zu Mainstream-Erfolg - was Hip-Hop-Puristen zunächst mit Misstrauen verfolgten.

MCA (Adam Yauch) von der New Yorker Band "Beastie Boys" bei einem Konzert

dapd/Marcus Brandt

MCA bei einem Konzert 2004 in Berlin

Die vor drei Jahrzehnten gegründeten Beastie Boys gehören zu den Vätern des Hip-Hop, den Durchbruch schafften sie 1986 mit dem Album „Licensed to Ill“. Das von Rick Rubin produzierte Album war mit 750.000 verkauften Platten das erfolgreichste Album in der Geschichte der Columbia Records. Die Gruppe verkaufte im Laufe ihrer Karriere mehr als 40 Millionen Tonträger, gewann dreimal den begehrten US-Musikpreis Grammy.

Meilenstein „Paul’s Boutique“

Das vielschichtige Folgealbum, „Paul’s Boutique“, galt nach seiner Veröffentlichung aufgrund des viel geringeren Absatzes als Misserfolg. Doch mittlerweile gilt das zweite Studioalbum der Beastie Boys längst als Meilenstein des Hip-Hop. Vor einem Jahr war das letzte Album Yauchs erschienen, „Hot Sauce Committee Part Two“.

Der in Brooklyn geborene Yauch gründete die Band gemeinsam mit Mike Diamond (alias „Mike D“), der Schlagzeugerin Kate Schellenbach und dem Gitarristen John Berry, 1981 als Punk-Band. Die Gruppe startete mit kleinen Acts in Clubs rund um New York. Schellenbach und Berry verließen die Band, und stattdessen stieß Adam Horowitz („Ad-Rock“) als Dritter New Yorker im Bunde jüdischer Mittelklasse-Kids hinzu. Die Band machte mehr als 25 Jahre Musik und gehört damit zu den langlebigsten Hip-Hop-Gruppen der Musikgeschichte.

Yauch wird von seinen Eltern überlebt und hinterlässt seine Frau und eine 14 Jahre alte Tochter. Yauch wurde 1964 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren, als Schüler brachte er sich selbst das Spielen des Basses bei. Der Tod des Musikers löste bei vielen Stars Bestürzung aus. „Niedergeschlagen von der Nachricht von Adam Yauchs Tod. Ein echter Pionier der Kunst“, erklärte etwa Hollywood-Schauspieler und Sänger Justin Timberlake über den Onlinekurznachrichtendienst Twitter.

„Ebenso unsere wie eure“

Neben der Musik war Yauch auch begeisterter Filmemacher und engagierte sich als überzeugter Buddhist für die Rechte der Tibeter. Yauch führte bei vielen der Musikvideos seiner Band unter Pseudonymen wie Nathaniel Nörnblower Regie. Zur Aufnahme in die Hall of Fame verfasste er eine Botschaft für die Bandkollegen und die Fans: „Ich möchte das meinen Brüdern Adam und Mike widmen. Sie sind mit mir über den Globus marschiert. Und es ist für jeden, der jemals von unserer Band berührt wurde. Diese Aufnahme ist ebenso unsere wie eure.“

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