Unfälle und Gewalt häufige Todesursache
Weltweit sterben laut UNICEF jedes Jahr schätzungsweise 1,4 Millionen Jugendliche durch Verkehrsunfälle, Teenagerschwangerschaften, Selbstmorde, Aids und Gewalt. Das geht aus einem neuen Bericht des UNO-Kinderhilfswerks zur Lage von Jugendlichen hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.
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„Erschreckend“ sei die Mordrate an Jugendlichen in Lateinamerika. In einigen Ländern würden mehr junge Männer durch Morde als durch Verkehrsunfälle oder Suizid sterben.
Jeder fünfte Mensch ist Jugendlicher
Laut dem UNICEF-Report „Progress for Children“ gibt es derzeit mit rund 1,2 Milliarden Jugendlichen weltweit mehr Jugendliche als jemals zuvor. Fast jeder fünfte Mensch sei heute ein Jugendlicher. Rund 90 Prozent von ihnen lebten in Entwicklungsländern. Ihre Zahl werde bis 2050 weitersteigen, auch wenn aufgrund sinkender Geburtenraten der Anteil Jugendlicher an der Weltbevölkerung mit Ausnahme des südlichen Afrikas insgesamt langsam sinke.
In den Entwicklungs- und Schwellenländern ist laut UNICEF ein Großteil der Heranwachsenden im Alter zwischen zehn und 19 Jahren von wichtigen sozialen Fortschritten und Rechten abgeschnitten. So könnten in den ärmsten Ländern der Erde rund ein Drittel der jungen Frauen und ein Viertel der jungen Männer nicht lesen und schreiben. Im globalen Durchschnitt gingen nur rund 60 Prozent der Buben und Mädchen nach dem Ende der Grundschulzeit weiter zur Schule; in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara seien es sogar weniger als 30 Prozent. Schätzungsweise 75 Millionen Heranwachsende weltweit seien arbeitslos.
Eigene Entwicklungspolitik für Jugendliche gefordert
„Das Jugendalter ist eine Phase des Übergangs, in der entscheidende Weichen für die Heranwachsenden und für ihre Gesellschaft gestellt werden“, erklärte der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Christian Schneider. Er forderte eine „eigenständige Entwicklungs- und Sozialpolitik für Jugendliche, die deren Rechte endlich ernst nimmt“. Nur mit „verstärkten Investitionen in die Förderung und den Schutz von Jugendlichen“ könne der „Teufelskreis der Armut“ durchbrochen werden.
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