Tausende fordern Gerechtigkeit
Nach dem tödlichen Schuss auf einen unbewaffneten schwarzen Teenager im US-Staat Florida haben Ende März Tausende Amerikaner für Gerechtigkeit und gegen Rassismus demonstriert. Viele Teilnehmer waren mit schwarzen Kapuzen-Sweatshirts bekleidet - ähnlich jenem, das der 17-jährige Trayvon Martin am Tag seines Todes getragen hatte.
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Allein in Washington forderten zwischen 2.000 und 3.000 Demonstranten nahe des Weißen Hauses „Gerechtigkeit für Trayvon“. Die Demonstranten prangerten an, dass es weiterhin Rassismus in den USA gebe - trotz der Tatsache, dass die USA mit Barack Obama von einem schwarzen Präsidenten gelenkt würden - mehr dazu in iptv.ORF.at.

Reuters
Das Opfer war 17 Jahre alt
Demos auch in New York und Chicago
Einige hielten Plakate in die Höhe, auf denen Parolen wie „Trayvon ist auch mein Sohn“ stand. Einige trugen T-Shirts mit der Aufschrift „Ich bin Trayvon“. „Man kann in diesem Land immer noch ermordet werden, weil man schwarz ist“, sagte Demonstrant Bless Davis. „Wir müssen uns als Nation zusammentun“, sagte der Pastor Toni Lee während der Kundgebung. Der 80-jährige Bürgerrechtler Dick Gregory rief die Demonstranten auf, nicht mit Wut Zeit zu verlieren. „Wir müssen der Sache auf den Grund gehen, mit dem FBI.“ Auch in New York, Chicago und Tampa fanden Demonstrationen statt.
US-Präsident Obama sprach den Eltern des Opfers sein Mitgefühl aus. „Wenn ich einen Sohn hätte, er würde wie Trayvon aussehen“, sagte der Präsident im Weißen Haus in Washington. Der Vorfall müsse sehr ernst genommen werden, und die Eltern hätten das Recht, zu erwarten, „dass wir auf den Grund dessen gehen, was genau passiert ist“, so Obama. Obama sprach von einer „Tragödie“, die weiter eingehend untersucht werden müsse: „Wir alle müssen unser Gewissen prüfen, um herauszufinden, wie so etwas passieren kann.“
Opfer war unbewaffnet
Martin war am 26. Februar in Sanford, einem Vorort von Orlando, getötet worden. Er war unbewaffnet und befand sich auf dem Weg zur Wohnung der Verlobten seines Vaters, als er erschossen wurde. Der 28-jährige Schütze, George Zimmerman, ein Weißer, der in dem Wohngebiet freiwillig Sicherheitspatrouillen durchführte und somit bewaffnet war, gab an, dass er aus Notwehr gehandelt habe.
Die Polizei schenkte seinen Angaben Glauben und nahm ihn nicht fest, und er wurde auch nicht beschuldigt. Dabei beriefen sie sich auf das „Stand Your Ground“-Gesetz (Weiche nicht zurück), das den Menschen in Florida - und auch in einigen anderen US-Staaten - ein besonders weitgehendes Recht auf Selbstverteidigung einräumt. Das Justizministerium leitete inzwischen aber Ermittlungen ein. Zimmerman soll den Burschen in einem Anruf bei der Polizei kurz vor der Tat mit einem rassistischen Schimpfwort bedacht haben.
Seit der Fall vor kurzem US-weit bekanntwurde, reißen die Proteste nicht ab, weil die Behörden zunächst nicht gegen Zimmerman vorgingen. Sie machten geltend, dass erste Untersuchungen nicht genügend Beweise für ein kriminelles Verhalten erbracht hätten. Nun wird am Dienstag entschieden, ob Anklage wegen Mordes erhoben werden soll.
New Black Panther Party setzt „Kopfgeld“ aus
Eine schwarze Separatistengruppe, die New Black Panther Party (NBPP), setzte ein „Kopfgeld“ in Höhe von 10.000 Dollar (mehr als 7.500 Euro) für die „Gefangennahme“ des 28-jährigen Zimmerman, der den tödlichen Schuss abgab, aus. Sie veröffentlichte auf ihrer Website ein Fahndungsfoto Zimmermans. In Florida wurde unterdessen nach Medienberichten ein 68-Jähriger festgenommen, der den inzwischen aus dem Amt geschiedenen Polizeichef von Sanford mit dem Tod bedroht hatte.
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