Karzai will früheren Abzug ausländischer Truppen

Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat heute angekündigt, die Verantwortung für die Sicherheit von den ausländischen Truppen im Land ein Jahr früher als geplant übernehmen zu wollen. „Beide Seiten müssen dabei zusammenarbeiten, den Übergabeprozess von den internationalen Truppen zu den afghanischen Kräften 2013 statt 2014 abzuschließen“, teilte Karzai heute mit.

Er forderte nach einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Leon Panetta außerdem einen Rückzug aller ausländischen Soldaten aus den Dörfern in ihre Stützpunkte.

Die USA relativierten die Forderung Karzais. Ein ranghohes Mitglied der Delegation von Panetta sagte Stunden später bei seiner Ankunft in Abu Dhabi, die afghanische Seite habe keine Änderung im bisher vereinbarten Abzugsplan verlangt.

Elf Tote bei Anschlag

Bei einem Anschlag in der südafghanischen Provinz Urusgan wurden heute neun Kinder und vier Frauen getötet. Zwei Männer seien verletzt worden, als ein Fahrzeug mit Zivilisten im Distrikt Dehrawud in eine Sprengfalle geraten sei, sagte der Sprecher der Provinzregierung, Farid Ayel.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Die Taliban nutzen in den vergangenen Jahren verstärkt Sprengfallen. Bei den Anschlägen sterben immer wieder Zivilisten.