Feuer im Maschinenraum
Rund eineinhalb Monate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ ist auf einem anderen Luxusschiff des Unternehmens Costa Crociere ein Brand ausgebrochen. Die „Costa Allegra“ mit rund 1.000 Menschen an Bord treibe derzeit ohne Antrieb vor den Seychellen im Indischen Ozean, teilte die italienische Küstenwache Montagnachmittag mit.
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Der Brand entwickelte sich im Motorraum der Costa Allegra, die sich zu diesem Zeitpunkt 20 Meilen von Alphonse Island entfernt befand, teilte die italienische Reederei Costa Crociere, Betreiberin des Kreuzfahrtschiffes, mit. Das Schiff habe Alarm geschlagen, die Mannschaft konnte selbst die Flammen löschen. Das System zur Brandbekämpfung habe bestens funktioniert. Der Costa Allegra sei ein Tankschiff zu Hilfe gekommen.
Schlepper sollen Lage an Bord überprüfen
Costa Crociere teilte weiters mit, dass als Vorbeugungsmaßnahme Generalalarm an Bord ausgerufen worden sei. Einige Schlepper hätten bereits den Luxusliner erreicht, um die Lage an Bord zu überprüfen, so die Reederei. Drei Handelsschiffe sowie zwei Fischerboote seien auf dem Weg zu der „Costa Allegra“, und die Behörden der Seychellen schickten Schlepper und ein Flugzeug, teilte die Zentrale der Küstenwache mit.
Schiffsküche bleibt kalt
Alle Passagiere seien wohlauf, erklärte die in Genua beheimatete Kreuzfahrtgesellschaft. Die 636 Passagiere - die meisten davon aus Italien, Frankreich und Österreich - und 413 Crew-Mitglieder hätten zu essen und zu trinken bekommen. Problematisch sei nur, dass es durch den Ausfall der Maschinen auch keinen Strom auf dem Schiff gebe. Dem Kommandanten Giorgio Moretti zufolge reichen die Batterien an Bord aus, um die Beleuchtung aufrechtzuerhalten, nicht aber für die Klimaanlagen, den Betrieb der Schiffsküchen oder die Schiffsschrauben. Inzwischen sei aber eine 14-köpfige Expertengruppe aus Italien auf dem Weg zu dem Schiff.
Angst vor Piratenüberfällen
Nach Angaben Morettis befinden sich „angesichts der Gewässer, in denen sich das Schiff befindet“, zudem neun italienische Militärangehörige im Auftrag der Anti-Piraten-Mission an Bord. Im Indischen Ozean greifen Piraten immer wieder Schiffe an und entführen die Besatzung. Mehrere Schiffe sind bereits unterwegs, um das Schiff zu bewachen. Dienstagfrüh sollte zudem ein Hubschrauber mit frischen Lebensmitteln und Kommunikationsmitteln das Schiff erreichen. Eigentlich hätte die „Costa Allegra“ am Dienstag den Hafen Victoria (Mahe/Seychellen) erreichen sollen.
Weiterer Schlag für Reederei
Die 188 Meter lange und 28.597 Tonnen schwere „Costa Allegra“ wurde 1992 gebaut. Das Schiff mit acht Decks zählt 399 Kabinen und kann bis zu 1.400 Personen an Bord haben. Der Brand an Bord der „Costa Allegra“ ist ein weiterer harter Schlag für Costa Crociere nach dem Unglück der „Costa Concordia“. Die Aktien von Costa Crocieres Mutterkonzern, der US-Reederei Carnival Corporation, meldeten Montagnachmittag an der Börse in New York deutliche Kursverluste.
Erst vor sieben Wochen war das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ mit 4.200 Personen an Bord vor der Küste der toskanischen Insel Giglio havariert. 25 Personen kamen ums Leben, weitere sieben werden noch vermisst. An Bord befanden sich 77 Österreicher, die sich retten konnten.
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